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Die Ukraine und ihre Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Bundesregierung will Außenwirtschaftsrecht vereinfachen

BERLIN. Das Kabinett hat heute die Novelle zur Modernisierung des Außenwirtschaftsgesetzes verabschiedet. Ziel ist es, die etwa 50 Jahre alte Rechtssprechung zu modernisieren und damit die Exporte für deutsche Unternehmen zu vereinfachen, heißt es in einer Mitteilung des Wirtschaftsministeriums. Dafür werde das Gesetz neu strukturiert, von 50 auf 28 Paragrafen verschlankt und an die europarechtliche Terminologie angepasst.

Exporte außerhalb der EU stützen Außenhandelsergebnis

WIESBADEN. Der deutsche Außenhandel leidet unter der Eurokrise. Von Mai auf Juni sanken die Ausfuhren um 1,5 Prozent, die Einfuhren fielen um drei Prozent. Insgesamt wurden im Juni Waren im Wert von 94,6 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 76,7 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lagen die Ausfuhren damit um 7,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, die Einfuhren stiegen um 1,5 Prozent im Vergleich zu Juni 2011. Angeschlagen zeigt sich vor allem der Handel mit den EU-Ländern. Positiv entwickelt sich dagegen der Austausch mit den Ländern außerhalb der Europäischen Union.

Commercial Vehicle zieht nach Lwiw um

KAMJANEZ-PODILSKYJ. Der US-amerikanische Autozulieferer Commercial Vehicle Group (CVG) plant die Verlegung seiner Produktionsstätte in der Ukraine. Wie das Unternehmen mit Firmensitz im Bundesstaat Ohio mitteilte, soll ein neues Werk im westukrainischen Lwiw den bisherigen Standort in Kamjanez-Podilskyj ersetzen. Die Kosten für den Umzug werden auf 1,2 bis 1,4 Millionen US-Dollar beziffert. Auf einer Fläche von 8.000 Quadratmeterm will CVG Kabelbäume und andere Stromverteilungssysteme produzieren. Die Eröffnung mit 125 Mitarbeitern soll bereits im kommenden Oktober stattfinden, bis Ende 2013 sollen am neuen Standort 650 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Ukraine ratifiziert Freihandel mit GUS

KIEW. Die Ukraine hat das Freihandelsabkommen mit den GUS-Staaten ratifiziert. Ende Juli votierten 260 Abgeordnete des Parlaments in einer außerordentlichen Tagung für das Dokument, erforderlich waren 226 Stimmen. Von den neun Unterzeichnerstaaten hat die Ukraine nunmehr als drittes Land nach Russland und Belarus ratifiziert. Das Abkommen ist in der Ukraine umstritten, da Russland darauf bestanden hatte, die Positionen Gas und Öl und wichtige ukrainische Exportgüter wie Zucker aus dem Freihandel auszuklammern.

Commerzbank trennt sich von ukrainischer Tochter

FRANKFURT/KIEW. Die Commerzbank will ihre Ukraine-Tochter Bank Forum veräußern. Wie das zweitgrößte deutsche Geldhaus Ende Juli mitteilte, wird die ukrainische Investmentgruppe Smart Group den 96-Prozent-Anteil übernehmen, den die Commerzbank zwischen 2007 und 2010 vom Bankengründer Leonid Juruschew erworben hatte. Über die Details des Geschäfts wurde Stillschweigen vereinbart. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Deutschen wird durch den Kaufvertrag im zweiten Quartal um 86 Millionen Euro belastet, was sich auch im Eigenkapital bemerkbar mache. Nach Abschluss der Transaktion, der die Aufsichtsbehörden noch zustimmen müssen, werden sich die Abschreibungen auf 286 Millionen Euro summieren.

Ukraine und EU vereinfachen Visumsregelung

BRÜSSEL. Die Europäische Union und die Ukraine haben ihr Abkommen über Visaerleichterungen ausgedehnt. Dabei wurde die Liste von Personen erweitert, die während einer Reise von der Ukraine in die EU-Mitgliedsstaaten unter das vereinfachte Verfahren für die Visaerteilung fallen. Neben Journalisten stehen nun auch Mitglieder ihrer Teams auf der Liste, beispielsweise Videofilmer und Tontechniker, berichtet die Nachrichtenagentur Interfax. Das vereinfachte Visa-Verfahren ist in vier neuen Kategorien verfügbar: Mitglieder zivilgesellschaftlicher Organisationen, Teilnehmer an internationalen Foren (Seminare, Ausstellungen, usw.), Vertreter von Religionsgemeinschaften sowie Teilnehmer der grenzüberschreitenden Programme für Zusammenarbeit innerhalb der EU-Programme. Darüber hinaus gelten die Änderungen auch für Ukrainer, die ihre Verwandten in der EU besuchen. Ebenfalls auf der Liste stehen die Begleitpersonen von Personen, die eine medizinische Behandlung benötigen.

Dürre drückt die Ernteprognosen

ASTANA. Das kasachische Landwirtschaftsministerium rechnet aufgrund der dauerhaften Trockenheit in den wichtigen Anbaugebieten des Landes für dieses Jahr mit einer Getreideernte von nur 12,8 Millionen Tonnen. 2011 konnte die wichtige Getreide-Exportnation noch eine Rekordernte von 27 Millionen Tonnen einfahren. Den durchschnittlichen Flächenertrag hat Landwirtschaftsminister Asylschan Mamytbekow auf lediglich 8,7 Dezitonnen pro Hektar geschätzt (2011: 16,9 Dezitonnen pro Hektar). Allerdings entspreche diese Erwartung dem Produktionsdurchschnitt der vergangenen Jahre. Für einen Exportstopp sehe er wegen großer Vorräte an Getreide keinen Anlass, betonte der Minister.

Zoll beschlagnahmt immer mehr gefälschte Waren

BRÜSSEL. Im vergangenen Jahr stoppten die europäischen Zollbehörden Waren im Wert von 1,3 Milliarden Euro an den Außengrenzen der EU. Die Zöllner beschlagnahmten fast 115 Millionen Artikel, bei denen ein Verstoß gegen Rechte des geistigen Eigentums vermutet wurde – das sind 15 Prozent mehr als 2010. Laut des Ende Juli vorgestellten Berichts der Europäischen Kommission fanden sich darunter am häufigsten Fälschungen von Arzneimitteln (24 Prozent), Verpackungsmaterial (21 Prozent) und Zigaretten (18 Prozent). Produkte des täglichen Bedarfs und Produkte, die für Verbraucher gesundheitsgefährdend sein können, machten insgesamt 28,6 Prozent der zurückgehaltenen Waren aus, gegenüber 14,5 Prozent vor zwei Jahren.

Naftogaz und Ferrostaal wollen ukrainische Pipeline modernisieren

KIEW. Der ukrainische Gaskonzern Naftogaz Ukrainy und die Geisenheimer Ferrostaal Industrieanlagen GmbH haben Anfang Juli eine Absichtserklärung über die Modernisierung der Erdgas-Verdichterstation Bar an der Pipeline Sojus im westukrainischen Gebiet Winnyzja unterzeichnet, meldet der Naftogaz-Pressedienst. Ziel ist die Verlängerung der Lebensdauer und die Erhöhung der Effizienz der Erdgasverdichter und Gaskompressoren. Ferrostaal-Geschäftsführer Marc Neumann kündigte bei der Unterzeichnung an, dass technische Experten des deutschen Unternehmens sofort nach der Unterzeichnung des Memorandums mit den Arbeiten beginnen würden. Die Gaspipeline Sojus wurde in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre gebaut. Auf dem Territorium der Ukraine verläuft die Pipeline knapp 1.600 Kilometer und besitzt zwölf Verdichterstationen.

Lwiw – das Tor zum Osten

Die Nähe zur EU, günstige Arbeitskräfte und die Möglichkeiten der Lohnveredelung – das sind die Standortvorteile, mit denen die Westukraine ausländische Investoren insbesondere aus der Leicht- und Zulieferindustrie anlockt. Stadt und Region bemühen sich in Kooperation mit westlichen Beratungsunternehmen auch um die Verbesserung der Infrastruktur. Doch die Musik wird in Kiew gemacht – nicht gerade zum Nutzen des westlichen Landesteils. Einige deutsche Unternehmen lassen sich dadurch nicht verschrecken und trotzen den Widrigkeiten.