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Russland und seine Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Russlandhandel stützt deutsche Exportwirtschaft

WIESBADEN/MOSKAU. Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zeigen sich vor den 14. Deutsch-Russischen Regierungskonsultationen diesen Freitag in Moskau in gutem Zustand. Von Januar bis August dieses Jahres haben deutsche Unternehmen laut Statistischem Bundesamt Waren im Wert von 24,2 Milliarden Euro gen Osten geliefert und damit 14,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2011. Es sieht danach aus, als stünde der deutschen Wirtschaft 2012 ein neuer Rekord bei den Russland-Exporten ins Haus. Im vergangenen Jahr waren Güter im Wert von 34,4 Millionen Euro nach Russland geliefert worden. Die Regierungskonsultationen könnten zusätzliche Impulse für den bilateralen Handel geben. Am Rande sollen Geschäftsabschlüsse verschiedener Unternehmen besiegelt werden.

EnviTec will Biogasanlagen in Belgorod bauen

LOHNE. Der niedersächsische Biogasanlagenbauer EnviTec und der russische Energiedienstleister LLC AltEnergo arbeiten zur Zeit an gemeinsamen Pilotprojekten in Russland. Wie Envitec Anfang November mitteilte, konnte nun als weiterer Kooperationspartner die Razvitie Corporation JSC gewonnen werden – die von der Regionalregierung Belgorod 2011 gegründete Investitionsförderagentur. Insgesamt will AltEnergo rund 100 bis 150 Biogasanlagen mit einer Kapazität von 250 Megawatt vor allem in ländlichen Regionen rund um Belgorod und in Zentral Russland errichten. Die Partner verständigten sich vorerst auf die Planung und den Bau von insgesamt drei Biogasanlagen, die an unterschiedlichen Standorten von landwirtschaftlichen Betrieben in Auftrag gegeben wurden. Mit einer Anlagenstärke von jeweils 2,4 Megawatt plant EnviTec gemeinsam mit den lokalen Akteuren einen zweistelligen Millionenbetrag in das russisch-deutsche Kooperationsprojekt zu investieren.

Exportrückgänge schwächen deutsche Industrie

FRANKFURT/MAIN. Die rückläufigen Exporte nach Europa und Asien machen der deutschen Wirtschaft zu schaffen. Wegen des schwächelnden Auftragseingangs geht die Industrieleistung nun schon seit mehr als einem halben Jahr zurück. Das belegt der saisonbereinigte Einkaufsmanager-Index des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Im Oktober verschlechterte sich der Index binnen vier Wochen um 1,4 Punkte auf 46,0. Damit lag der wichtige Konjunktur-Frühindikator bereits zum achten Mal in Folge unter der magischen Grenze von 50, ab der Wachstum signalisiert wird. Die stärksten Rückgänge mussten die Investitionsgüterhersteller verkraften, während die Konsumgüterindustrie leichte Steigerungen verbuchen konnte.

Exportfinanzierung: Übliche Verdächtige

Ob Windräder und Tunnelvortriebsmaschinen für die Türkei oder Schachteinbauten für ein Kalibergwerk in Russland – ohne die Absicherung durch eine Exportkreditversicherung (ECA) käme manches Geschäft gar nicht zustande. Nachdem es Anfang des neuen Jahrtausends fast so aussah, als sei die staatliche Exportkreditversicherung ein Auslaufmodell, sind solche ECA-Deckungen nun wieder fester Bestandteil des Kredit- und Finanzierungsangebots im Außenhandel – und zwar nicht nur mit Schwellenländern, sondern auch mit etablierten Industrieländern wie Australien oder Belgien.

Boeing erhält Großauftrag von russischer Leasingfirma

MOSKAU. Boeing hat von der russischen Aviation Capital Services LLC, einer Leasing-Tochter des staatlichen Technologiekonzerns Russian Technologies, einen Milliardenauftrag über 35 Passagierflugzeuge erhalten. Wie der US-Flugzeugbauer mitteilte, handelt es sich dabei um die Boeings der nächsten 737-Generation, die 737 MAX. Der Listenpreis der bestellten Flugzeuge liegt bei mehr als drei Milliarden US-Dollar. Aviation Capital Services ist der erste Käufer des neuen Passagierflugzeuges in Osteuropa. „Unsere Partner-Airlines erhalten damit das modernste Flugzeug mit verbessertem Kraftstoffverbrauch, verbesserter Flugcharakteristik und größerem Komfort für die Passagiere“, sagte Sergej Chemezov, CEO von Rostech. Russische Airlines würden damit einen Vorteil auf dem globalen Markt erlangen und ihre Aktivitäten sowohl innerhalb Russlands als auch international erhöhen können. Boeing und Rostech arbeiten auch im Zuliefer- und Technologiebereich zusammen. Die einhundertprozentige Rostech-Tochter VSMPO-AVISMA aus Jekaterinburg ist einer der größten Titan-Zulieferer des amerikanischen Flugzeugherstellers.

Bayer schließt strategische Partnerschaft in Russland

LEVERKUSEN. Der Pharmakonzern Bayer will seine Marktposition in Russland ausbauen. Das Leverkusener Unternehmen hat mit dem russischen Arzneimittelhersteller Medsintez eine strategische Partnerschaft zur gemeinsamen...

Ost-Ausschuss-Jubiläum: Fünf Themen für die kommenden Jahre

BERLIN. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft begrüßt den Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union im kommenden Jahr. Zur Festveranstaltung anlässlich des 60-jährigen Jubiläums sicherte der Vorsitzende Eckhard Cordes dem Land seine volle Unterstützung im Beitrittsprozess zu. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ging in ihrer Festansprache davon aus, dass Kroatien die Kriterien erfüllen wird. Beim Festakt im Ballsaal des Hotels Adlon erläuterte Zoran Milanovic, Premierminister der Republik Kroatien, die Stimmung in seinem Land vor dem EU-Beitritt. Die jetzigen Veränderungen in der Europäischen Union verlagerten schrittweise die Souveränität der Länder nach Brüssel. Daher gehe mit dem Beitrittsprozess in seinem Land auch die Angst vor dem Verlust der Identität einher. Es sei aber ausgesprochen wichtig, dass das Land offen bleibe, gerade, weil es sich um ein kleines Land handele, sagte Milanovic. Russland Präsident Wladimir Putin überbrachte dem Ost-Ausschuss per Video seine Gratulation. Russland und Deutschland verbinde eine starke strategische Partnerschaft, sagte Putin. Beide Länder hätten ähnliche Ansichten bezüglich der meisten globalen und europäischen Probleme. Die Wirtschaften würden sich gegenseitig ergänzen.

Pilotprojekt Staatsbahn: Teilprivatisierung schon 2013

MOSKAU. Russland treibt seine Privatisierungspläne weiter voran. Schon im kommenden Jahr soll ein Teil des zu 100 Prozent staatlichen Bahnkonzerns Rossijskije schelesnyje dorogi (RZD) verkauft werden. Bis zu fünf Prozent des Unternehmens will der Staat auf den Markt bringen, kündigte Wirtschaftsminister Andrej Beloussow in der vergangenen Woche in Moskau an. Eine gemeinsame Studie von RZD und Verkehrsministerium habe die Machbarkeit des Pilotprojekts zur Teilprivatisierung bereits 2013 bestätigt, so Beloussow weiter. Es sei wichtig, den Bahnkonzern öffentlich handelbar zu machen und so dessen Marktwert zu taxieren. Die russische Regierung hatte im Juni 2012 einem Plan zugestimmt, wonach 25 Prozent minus eine Aktie an der RZD schon in diesem und im kommenden Jahr an private Investoren verkauft werden sollen. Bahnchef Wladimir Jakunin hatte diese Pläne damals jedoch als „unrealistisch“ abgelehnt.

EBRD finanziert Continental-Reifenfabrik in Kaluga

LONDON/HANNOVER. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) stellt dem deutschen Reifenhersteller Continental ein langfristiges Rubel-Darlehen zur Verfügung. Mit dem Kredit über umgerechnet rund 90 Millionen Euro, der eine Laufzeit von acht Jahren hat, will der deutsche Automobilzulieferer den Bau eines Reifenwerks im russischen Automotive-Cluster Kaluga finanzieren. Die Fabrik soll auf eine Kapazität von vier Millionen Reifen pro Jahr ausgelegt werden. 2011 hatte der russische Reifenmarkt ein Volumen von rund vier Milliarden Euro mit etwa 54 Millionen verkauften Reifen. Continental ist der dritte Reifenhersteller, der für den Produktionsaufbau in Russland eine Finanzierung von der EBRD erhält. Auch Michelin und Nokian profitierten bereits von der Unterstützung durch die Osteuropa-Bank.

BASF eröffnet Zentrum für PU-Systeme bei St. Petersburg

ST. PETERSBURG. Der Chemiekonzern BASF hat gestern sein neues anwendungstechnisches Zentrum für Polyurethan-Systeme in Wsewoloschsk bei St. Petersburg eröffnet. Wie das seit 2000 bestehende Polyurethan-Systemhaus in Nischnekamsk gehört auch der neue Standort zu Elastokam, dem BASF-Joint-Venture mit dem russischen Unternehmen OAO Nishnekamskneftechim (NKNC). Auf dem rund 2.000 Quadratmeter großen Areal in Wsewoloschsk sind neben dem modernen Technikzentrum und Büroflächen auch Lagerkapazitäten und ein Testlabor untergebracht. Das anwendungstechnische Zentrum soll Kunden aus Russland und anderer GUS-Staaten technischen Service sowie Vertriebs-Know-how für moderne Polyurethan-Systeme bieten. Polyurethane sind Kunststoffe oder Kunstharze, aus denen beispielsweise Dichtstoffe, Fußböden, Dämmstoffe, Lacke, Klebstoffe, Autositze, oder Armaturenbretter hergestellt werden. Die moderne Ausstattung im neu eröffneten BASF-Zentrum ermöglicht Testreihen von Polyurethan-Anwendungen für die Automobil- und Bauindustrie sowie im Bereich CASE (Beschichtungen, Klebstoffe, Dichtstoffe und Elastomere).