fbpx
Start Russland

Russland

Russland und seine Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Erholung durch steigende Metallpreise

FRANKFURT AM MAIN. Der Aufschwung der globalen Wirtschaft, die steigenden Metallpreise und die Wettbewerbsfähigkeit hinsichtlich der Kosten von vertikal integrierten Unternehmen fördern das Wachstum in der russischen Metallindustrie. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan produzierte die russische Metallindustrie 2010 rund 76,2 Millionen Tonnen Rohmaterial. Bis zum Jahr 2017 sollen es 129 Millionen Tonnen sein. 2010 erwirtschafteten Metallurgie- und Metallprodukte über viermal so hohe Umsätze wie die Bergbauindustrie. Die Studie erfasst Eisenmetalle (Eisen und Stahl), Nichteisenmetalle (Aluminium, Kupfer und Nickel) und Edelmetalle (Gold und Silber). Die Metallindustrie ist hierbei stark von der Nachfrage seitens der großen Endverbraucherbranchen, wie das Baugewerbe, das Transportwesen, die Automobilindustrie und die Elektronikbranche, abhängig. Die Tatsache, dass sich diese Endverbraucherbranchen inzwischen wieder erholen, treibt auch die Nachfrage für Metalle voran. Große vertikal integrierte russische Unternehmen bieten dabei entscheidende Kostenvorteile.

Voith Hydro modernisiert Kraftwerk Saratowskaja

ST. PETERSBURG. Im Rahmen des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg im Juni 2011 unterzeichneten der russische Energieversorger RusHydro und der Wasserkraftspezialist Voith Hydro mit Sitz in St. Pölten einen Vertrag über die Modernisierung der Kaplanturbinen des Kraftwerks Saratowskaja. Der Vertrag ist nun im September 2011 in Kraft getreten. Die Modernisierung ist eines der größten Einzelprojekte von Voith Hydro. Mit einem Laufraddurchmesser von 10,3 Metern zählen die Kaplanmaschinen des Kraftwerks zu den weltweit größten ihrer Art. Gemeinsam mit einem russischen Partner erfolgt die Erneuerung der Kaplanturbinen in mehreren Abschnitten. Der Auftragswert für Voith Hydro für den ersten Abschnitt von fünf Einheiten beträgt 140 Millionen Euro. Zudem haben beide Unternehmen eine Absichtserklärung für den Aufbau einer gemeinsamen lokalen Fertigung in Russland unterschrieben. Details dazu wurden noch nicht bekannt gegeben.

Rütgers gründet Joint Venture mit Severstal

MOSKAU. Der russische Stahlproduzent Severstal und der deutsche Chemie-Konzern Rütgers Chemicals GmbH gründen das Gemeinschaftsunternehmen Severstar. Wie Severstal Ende September mitteilte, soll das Joint Venture auf der Basis der Koksproduktion des Metallurgiekombinates Tscherepowjez entstehen, das im Gebiet Wologda beheimatet ist. Severstal soll 49 Prozent der Anteile am Gemeinschaftsunternehmen halten. Insgesamt wollen die Partner in das Projekt 26,6 Millionen US-Dollar investieren. Das neue Unternehmen soll 2013 in Betrieb gehen. 60 Prozent der Produktion sollen exportiert werden.

E.ON Russia startet neuen Kraftwerksblock in Jajwa

ESSEN/JAJWA. E.ON Russia nahm Ende September einen neuen Gas- und Dampfkraftwerksblock (GuD) im Kraftwerk Jajwa in der Region Perm in Betrieb. Der neue Block habe eine Gesamtkapazität von 400 Megawatt, der Wirkungsgrad liege bei 56,6 Prozent, teilte das deutsche Energieunternehmen mit. Die Anlagen stammen aus der Produktion des deutschen Siemens-Konzerns. Mit dieser Inbetriebnahme ist die im Investitionsprogramm vorgesehene Errichtung von Kombikraftwerken abgeschlossen. Insgesamt habe E.ON Russia GuD-Kraftwerke mit einem Gesamtvolumen von 1.600 Megawatt ans Netz angeschlossen, sagte Sergej Tazin, Vorsitzender des Direktorenrates, bei der Eröffnungszeremonie – im Kraftwerk Shatura, im Kraftwerk GRES-2 in Surgut und im Kraftwerk Jajwa. Die Gesamtkosten des Investitionsprogramms belaufen sich auf 2,8 Milliarden Euro. Es umfasst neben vier neuen GuD-Blöcken auch einen neuen Dampfkraftwerksblock mit 800 Megawatt im Kraftwerk Beresowskaja, dessen Bau bereits begonnen hat.

Gazprom baut Speicherkapazitäten in Europa aus

MAGDEBURG. In Peißen bei Bernburg wurde Mitte September der erste Spatenstich für den Erdgasuntergrundspeicher Katharina vollzogen. Bauherren der neuen Speicheranlage in Sachsen-Anhalt sind die VNG Verbundnetz Aktiengesellschaft und das russische Unternehmen Gazprom Export, die sich im April 2008 auf dieses Projekt verständigt hatten. Für Entwicklung und Betrieb des neuen Speichers gründeten die Partner die Erdgasspeicher Peißen GmbH mit Sitz in Halle (Saale), die bis zum Jahr 2024 schrittweise insgesamt zwölf sogenannte Kavernen, künstlich angelegte unterirdische Hohlräume, in Betrieb nehmen wird. Das Gasspeichervolumen wird im Endausbau etwa 600 Millionen Kubikmeter betragen. Mit dieser Gasmenge können pro Jahr 300.000 Haushalte mit Erdgas versorgt werden. Zusätzlich entsteht eine etwa 37 Kilometer lange Speicheranbindungsleitung zur Erdgasleitung JAGAL. So wird der Speicher direkt an das transeuropäische Leitungsnetz angeschlossen. Gespeist werden soll Katharina auch durch die Ostseepipeline Nord Stream, durch die in den kommenden Wochen bereits das erste Gas aus Russland in Lubmin bei Greifswald anlandet. Die Verbindung von der Ostsee zur Pipeline JAGAL wird dann durch die Anschlussleitung OPAL erfolgen.

Russland vorn bei M&A

MÜNCHEN. Russland behauptet seine starke Stelle im Bereich Mergers & Acquisitions in Mittel- und Osteuropa. Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger kommt zu dem Ergebnis, dass zwischen 2000 und 2010 57 Prozent aller M&A-Aktivitäten in der Region auf Russland als Übernahmezielland entfielen. Der Anteil der Transaktionen, an denen russische Unternehmen als Käufer beteiligt waren, lag sogar bei 79 Prozent. Laut der Studie zielten die meisten Investitionen auf den Energie- und Stromerzeugungsmarkt (43 Prozent). Auch der Telekommunikationssektor verzeichnete eine dynamische Entwicklung: 20 Prozent der Übernahmen in der Region im Jahr 2010 betrafen Unternehmen aus diesem Bereich.

Großbritannien als Partner bei der Modernisierung

MOSKAU. Russland und Großbritannien kommen sich näher. Bei dem Besuch des britischen Premierministers David Cameron in Moskau Mitte September vereinbarten beide Seiten, dass auch das Vereinigte Königreich trotz der zuletzt eingetrübten politischen Beziehungen beim russischen Modernisierungsprozess als Partner teilhaben wird. Ein Kooperationsabkommen, das Cameron und der russische Präsident Dmitrij Medwedjew unterzeichneten, hält fest, dass Handelsbarrieren beseitigt, Innovationen gefördert, kommerzielle Unternehmungen stimuliert und Rechtsstaatlichkeit unterstützt werden sollen. Eine Wirtschaftsdelegation mit Vertretern von 24 großen britischen Unternehmen, angeführt vom britischen Handelsminister Stephen Green, begleitete Cameron. Es wurden Geschäfte im Gesamtwert von 215 Millionen Britischen Pfund (rund 246 Millionen Euro) angekündigt.

Deutsch-russischer Handelsumsatz steigt

WIESBADEN. Die deutschen Exporte nach Osteuropa legten im ersten Halbjahr 2011 um 23 Prozent auf 83,5 Milliarden Euro zu und wuchsen damit erneut deutlich stärker als der gesamte deutsche Export, dessen Dynamik sich mit einem Plus von 15 Prozent verlangsamte. Überdurchschnittlich entwickelten sich dabei die Ausfuhren nach Russland, die um 38,7 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro stiegen. Die Einfuhren nach Deutschland aus Russland wuchsen um 20,1 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro. Ingesamt belief sich der bilaterale Handelsumsatz auf rund 34,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 28 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Russischer Bildungsmarkt braucht mehr Praxis

BONN. Russische Bildungseinrichtungen stehen vor der Herausforderung, in Studium und beruflicher Aus- und Weiterbildung mehr praktische Fähigkeiten zu vermitteln. Eine Studie zum russischen Bildungsmarkt, herausgegeben von International Marketing of Vocational Education – einer Initiative des Bundesforschungsministeriums – in Kooperation mit Germany Trade and Invest, kommt zu dem Schluss, dass besonders im Bereich Betriebswirtschaftslehre der Nachholbedarf in Russland nach wie vor gewaltig ist. BWL- Studiengänge und berufsbegleitende MBA-Programme nach westlichem Vorbild seien sehr gefragt, professionelle Bildungspartner aus dem Ausland erwünscht. Ausgehend von den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen beleuchtet die Studie das Bildungssystem in der Russischen Föderation. Dabei konzentriert sie sich auf die berufliche Bildung, den Aus- und Weiterbildungsmarkt und Exportmöglichkeiten, speziell für Anbieter aus Deutschland. Pilotprojekte und Investitionsvorhaben veranschaulichen aktuelle Entwicklungen auf dem Bildungsmarkt.

Ostseepipeline kurz vor Start

WYBORG/ZUG. Das Pipelineprojekt Nord Stream steht kurz vor der Inbetriebnahme. Anfang September startete Premierminister Wladimir Putin per Mausklick die Befüllung des ersten Leitungsstrangs mit technischem Gas. Zu der Zeremonie ohne großes Aufheben war auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder in die Gaspumpstation Portowaja im Gebiet Leningrad gereist. Er hatte das Vorhaben Ostseepipeline gemeinsam mit Wladimir Putin vorangetrieben und ist heute Aufsichtsratsvorsitzender des Konsortiums Nord Stream AG, an dem der russische Gasmonopolist Gazprom 51 Prozent und die beiden deutschen Energiekonzerne Wintershall und Eon Ruhrgas jeweils 15,5 Prozent halten. Mit jeweils neun Prozent sind zudem die niederländische Gasunie und die französische GDF Suez beteiligt. Die Befüllung mit technischem Gas, die in etwa vier Wochen dauert, ist der letzte Schritt vor der vollständigen Inbetriebnahme. Dann sollen jährlich 27,5 Milliarden Kubikmeter russisches Gas an Verbraucher in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden fließen.