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Russland und seine Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Russland bei Exportkreditgarantien gegen den Trend

BERLIN. Exportkreditgarantien für den Handel mit Osteuropa sind weiter sehr begehrt. Das Deckungsvolumen für die europäischen Schwellen- und Transformationsländer erhöhte sich im vergangenen Jahr um ein Drittel und erreicht rund 8,9 Milliarden Euro. Beim Außenwirtschaftstag zu Finanzierungsfragen im Bundeswirtschaftsministerium Mitte Juni berichtete die Euler Hermes Deutschland AG, dass damit 30 Prozent aller Exportkreditgarantien auf diese Region entfallen. Allein auf den fünf größten Märkten Türkei, Russland, Ukraine, Belarus und Rumänien wurden Garantien über 8,4 Milliarden Euro übernommen. Für Russland ging das Deckungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Viertel zurück auf 2,6 Milliarden Euro. Den ersten Platz im Ranking der Länder mit den höchsten neu übernommenen Deckungen hat die Russische Föderation 2011 an die Türkei abgegeben.

SMS Group spürt deutliche Belebung in Russland

DÜSSELDORF. Heinrich Weiss, Vorsitzender der SMS Group, sieht für den metallurgischen Anlagen- und Maschinenbau eine deutliche Belebung in Russland. Wie Weiss auf der Jahrespressekonferenz des Konzerns in Düsseldorf sagte, entwickelten sich die Märkte in Indien und China dagegen eher schwach. Russische Kunden würden viel Wert auf hochwertige deutsche Qualität legen. Dadurch würden die Werkstätten der SMS Group in Deutschland gut ausgelastet. Während in China durch den Staat Druck gemacht werde, möglichst große Teile der Anlagen aus China zu beziehen, verfüge Russland nicht über einen entsprechenden Maschinenbau für Zulieferungen. Mit der Modernisierung komme Russland nicht voran, so der ehemalige Präsident der Deutsch-Russischen AHK. Auch mit der neuen Führung sei nicht mit tief greifenden Reformen zu rechnen. Hauptabsatzmärkte des Unternehmens sind nach wie vor China, Indien und Südostasien. Der Anteil des China-Geschäfts liegt seit vielen Jahren bei rund 20 Prozent des Gesamtvolumens der SMS Group.

WTO-Beitritt Russlands: EU besorgt aber zuversichtlich

BERLIN. Die Europäische Union zeigt sich besorgt über protektionistische Maßnahmen Russlands kurz vor seinem Beitritt in die Welthandelsorganisation (WTO). „Russland missbraucht die jetzige Übergangsphase für nach WTO-Maßstäben illegale Maßnahmen wie die geplante Auto-Abfrackgebühr“, sagte Peter Balas, EU-Verhandlungsführer in den WTO-Beitrittsverhandlungen mit Russland auf einer Konferenz im Bundeswirtschaftsministerium. Die Veranstaltung, die gemeinsam von der EU-Kommission, dem Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft, dem Bundesverband der Deutschen Industrie und dem Ost- und Mitteleuropa Verein organisiert wurde, drehte sich um die wichtigsten Ergebnisse der knapp 18 Jahre andauernden Verhandlungen zwischen Russland und der WTO, die im Dezember vergangenen Jahres abgeschlossen worden waren. Nun muss die russische Staatsduma die Dokumente bis Juli ratifizieren, 30 Tage später – im August – soll Russland dem Handelsbündnis beitreten.

Sberbank übernimmt türkische DenizBank

ISTANBUL. Die Sberbank hat mit der belgischen Bankengruppe Dexia einen Vertrag über den Kauf von 99,85 Prozent der Aktien der angeschlagenen türkischen Großbank DenizBank für 3,5 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Das teilte Sberbank-Chef German Gref Anfang Juni in Istanbul mit. Die Sberbank habe genug eigene Mittel, um die DenizBank zu erwerben, so Gref weiter. Dexia war im Zuge der Finanzkrise in Schieflage geraten und musste staatlich gestützt werden. Erst gestern hatte die EU-Kommission einer Aufstockung der staatlichen Garantien aus Frankreich, Belgien und Luxemburg zugestimmt. In einem weiteren Versuch sich Geld zu verschaffen und das eigene Kreditrating zu verbessern, hatte Dexia die DenizBank zum Verkauf gestellt.

Neustart für Russlands Beziehungen zu China

PEKING. Russland und China wollen ihre strategische Partnerschaft auf eine neue Ebene heben. Beim Antrittsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Peking in der vergangenen Woche unterzeichneten er und sein chinesischer Amtskollege Hu Jintao eine gemeinsame Erklärung über die Erweiterung der bilateralen Beziehungen und der umfassenden, gleichberechtigten und auf Vertrauen beruhenden Partnerschaft. Die Beziehungen zwischen Russland und China seien bereits jetzt besser denn je, betonten die Staatschefs.

Geldprobleme behindern AKW-Ausbau in Osteuropa

Auch nach der AKW-Katastrophe im japanischen Fukushima setzen viele Länder in Mittel- und Osteuropa weiter auf Kernenergie. Debatten über einen möglichen Ausstieg finden in der breiten Bevölkerung vergleichsweise selten statt. Dennoch ist die Technologie nicht unumstritten – und dies nicht wegen steigender Sicherheitsbedenken, sondern vor allem aufgrund zunehmender Finanzierungsprobleme. So mussten Bulgarien, Tschechien und Rumänien in jüngster Zeit AKW-Projekte auf Eis legen. Den Einstieg planen unbeirrt die Türkei und Polen. Unweit der deutschen Grenze soll bis 2020 das erste polnische Atomkraftwerk entstehen. Wer nun denkt, Kernenergie verringere die (ost-)europäische Abhängigkeit von Russland, irrt womöglich. Als einer der größten AKW-Hersteller der Welt schafft Russland neue Realitäten.

RZD-Chef will mit dem Sapsan nach Sibirien

SOTSCHI. Bis zum Jahr 2020 will die Russische Eisenbahn (RZD) 20.000 Kilometer neue Strecke bauen, davon allein 5.000 Kilometer für den Verkehr von Schnellzügen, kündigte RZD-Präsident Wladimir Jakunin vergangenen Freitag auf dem 7. Internationalen Eisenbahnforum in Sotschi an. Der Siemens-Schnellzug Velaro Rus, der in Russland unter dem Namen Sapsan zwischen St. Petersburg, Moskau und Nishnij Nowgorod fährt, soll bald auch weitere russische Regionalzentren untereinander verbinden, sagte Jakunin. In Planung seien Omsk, Nowosibirsk, Tscheljabinsk, Jekaterinburg und Kasan. Auch den für die Olympischen Spiele in Sotschi georderten 38 Elektrozügen Desiro aus dem Hause Siemens sollen weitere folgen. Der „Lastotschka“ getaufte Zug werde zukünftig in deutsch-russischer Gemeinschaftsproduktion im Ural entstehen. Zunächst seien 1.000 Exemplare anvisiert.

Putin zum Antrittsbesuch in Berlin

BERLIN. Drei Wochen nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt war Wladimir Putin am Freitag zu Gast in Berlin. Nach einem Zusammentreffen mit Regierungschefin Angela Merkel sprachen sich beide Seiten für eine politische Lösung des Konfliktes in Syrien aus. Den Forderungen nach schärferen UN-Sanktionen gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gab Putin allerdings nicht nach. Putin und Merkel betonten die guten Wirtschaftsbeziehungen ihrer Länder, die man weiter intensivieren wolle. Paradebeispiel seien der Energiesektor und die gemeinsame Ostseepipeline. Russland sei ein zuverlässiger Rohstofflieferant, sagte die Bundeskanzlerin. Beschlossen wurde, dass die 14. gemeinsamen Regierungskonsultationen im Oktober in Kasan, der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan stattfinden werden. Im Anschluss traf Putin im Schloss Bellevue Bundespräsident Joachim Gauck. Am Tag zuvor hatte Putins erster Auslandsbesuch dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko in Minsk gegolten. Von Berlin aus fuhr das russische Staatsoberhaupt für Unterredungen mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande weiter nach Paris.

Keine Erholung für Russlands M&A-Markt

MOSKAU. Der russische Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) erholt sich nur langsam von den Erschütterungen der letzten Krise, berichten die Analysten der Beratergesellschaft KPMG in ihrer Ende Mai erschienen Studie „M&A in Russia 2011“. 2011 war für den M&A-Markt weltweit und besonders für Russland ein eher enttäuschendes Jahr, heißt es dort. Während das globale M&A-Geschäft wertmäßig um sechs Prozent zurückging, verzeichnete Russland einen Einbruch von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sei letztlich die Folge einer geringeren Zahl von „Megadeals“. Gemessen an der Anzahl von M&A-Transaktionen hat Russland gegenüber dem global rückläufigen Markt allerdings leicht zulegen können.

Russlands neues Kabinett steht fest

MOSKAU. Zwei Wochen nach seiner Vereidigung hat der russische Präsident Wladimir Putin die neue Regierung benannt. Das Kabinett unter Ex-Staatschef Dmitrij Medwedjew hat 21 Minister und sieben stellvertretende Ministerpräsidenten. Neu sind die Ressorts für die Entwicklung des Fernen Ostens und für die Beziehungen zur so genannten Offenen Regierung. Das Gesundheits- und Sozialministerium wurde in ein Gesundheitsministerium und ein Ministerium für Arbeit und Soziales zergliedert. Von den sieben stellvertretenden Ministerpräsidenten gehörten fünf der alten, von Putin geführten Regierung an.