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Russland und seine Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Ostseepipeline kurz vor Start

WYBORG/ZUG. Das Pipelineprojekt Nord Stream steht kurz vor der Inbetriebnahme. Anfang September startete Premierminister Wladimir Putin per Mausklick die Befüllung des ersten Leitungsstrangs mit technischem Gas. Zu der Zeremonie ohne großes Aufheben war auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder in die Gaspumpstation Portowaja im Gebiet Leningrad gereist. Er hatte das Vorhaben Ostseepipeline gemeinsam mit Wladimir Putin vorangetrieben und ist heute Aufsichtsratsvorsitzender des Konsortiums Nord Stream AG, an dem der russische Gasmonopolist Gazprom 51 Prozent und die beiden deutschen Energiekonzerne Wintershall und Eon Ruhrgas jeweils 15,5 Prozent halten. Mit jeweils neun Prozent sind zudem die niederländische Gasunie und die französische GDF Suez beteiligt. Die Befüllung mit technischem Gas, die in etwa vier Wochen dauert, ist der letzte Schritt vor der vollständigen Inbetriebnahme. Dann sollen jährlich 27,5 Milliarden Kubikmeter russisches Gas an Verbraucher in Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Belgien und den Niederlanden fließen.

DPU investiert in Solarmodulproduktion in Krasnodar

SOTSCHI. Die Berliner DPU Investment GmbH plant gemeinsam mit dem Moskauer Technologieunternehmen Kvant die Produktion von polykristallinen Solarzellen und Photovoltaik-Modulen in Südrussland. Ende letzter Woche wurde auf dem Internationalen Investment-Forum in Sotschi eine entsprechende Investitionsvereinbarung über den Bau der Produktionsanlagen bei Dinskaja in der Region Krasnodar unterzeichnet. Den Angaben von DPU zufolge soll das Werk mit rund 300 Mitarbeitern jährlich 600.000 Photovoltaik-Module mit einer Kapazität von insgesamt 120 Megawatt fertigen. Die geplanten Investitionen belaufen sich demnach auf mehr als 100 Millionen Euro. DPU kooperiert seit 2009 mit dem Unternehmen Kvant, das bereits seit über 50 Jahren PV-Module für die Raumfahrt entwickelt und produziert. Zur Vorbereitung des Projekts in der Region Krasnodar installierten die Partner als Referenz eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Raumfahrtmuseums in Moskau.

Sberbank kauft in Wien ein

MOSKAU/WIEN. Das russische Geldinstitut Sberbank hat den Kauf der osteuropäischen Tochterfirma der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) abgeschlossen. Wie aus einer ÖVAG-Mitteilung hervorgeht, zahlt die Sberbank zwischen 585 Millionen und 645 Millionen Euro für die VBI, je nachdem wie die Geschäftsergebnisse des laufenden Jahres ausfallen. Die russische Sparkasse übernimmt damit von der ÖVAG knapp 300 Geschäftsstellen mit fast 4.000 Mitarbeitern in acht Ländern: Slowakei, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Ukraine. Ausgenommen aus dem Deal ist das Rumäniengeschäft, das die ÖVAG in den kommenden zwei bis drei Jahren sanieren und dann ebenfalls verkaufen will. Für Russlands größte Bank, die bereits Töchter in Belarus, Kasachstan und in der Ukraine hat, ist es die erste Anschaffung in Westeuropa.

Siemens schließt neue Verträge mit der RZD

MÜNCHEN. Die Russische Eisenbahn (RZD) hat weitere Regionalzüge vom Typ Desiro RUS bei Train Technologies bestellt, einem Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und dem russischen Bahntechnikhersteller Sinara. Der Auftrag, für den im Juni dieses Jahres bereits ein Vorvertrag unterzeichnet worden war, umfasst die Lieferung von 1.200 Wagen und hat einen Wert von rund zwei Milliarden Euro. Die neuen Züge sollen ab 2013 im Werk von Ural Locomotives nahe Jekaterinburg gebaut werden. Dort fertigt Siemens im Joint Venture mit Sinara bereits seit 2010 elektrische Güterlokomotiven. Mehr als 200 Millionen Euro will Siemens in den Aufbau der Desiro-Produktion investieren. Außerdem hat Siemens von der RZD den Auftrag erhalten, ab 2013 für die Dauer von 40 Jahren die Instandhaltung von 54 Zügen des gleichen Typs zu übernehmen, die das Bahnunternehmen bereits 2009 und 2010 bestellt hatte. Der Wartungsvertrag hat einen Wert von etwa 500 Millionen Euro.

Belgier steigen bei NEL-Pipeline ein

KASSEL/BRÜSSEL. Der belgische Netzbetreiber Fluxys G hat vom deutschen Erdgasversorger Wingas 19 Prozent an der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) übernommen. Die Anbindungsleitung der Ostsee-Pipeline Nord Stream verfügt über eine Transportkapazität von 20 Milliarden Kubikmetern pro Jahr und wird Erdgas von der Ostseeküste aus weiter in Richtung Westen, insbesondere nach Deutschland, Belgien, in die Niederlande, nach Frankreich sowie nach Großbritannien transportieren. An der NEL sind neben Wingas (51 Prozent) und Fluxys (19 Prozent) die niederländische Erdgastransportgesellschaft N.V. Nederlandse Gasunie (20 Prozent) und die Eon Ruhrgas AG (zehn Prozent) beteiligt. Die geplanten Investitionen für das Pipeline-Projekt belaufen sich auf rund eine Milliarde Euro. NEL wird auf einer Länge von über 440 Kilometern vom Anlandepunkt der Nord-Stream-Pipeline in Lubmin über Schwerin und Hamburg bis nach Rehden in Niedersachsen verlaufen. Die Verlegearbeiten haben im Frühling dieses Jahres begonnen. Die Inbetriebnahme der Pipeline ist für Herbst 2012 vorgesehen.

Rosneft und Exxon Mobil fördern gemeinam

SOTSCHI. Die russische Ölkonzern Rosneft und der US-amerikanische Energieriese Exxon Mobil wollen in Russland und den USA gemeinsam Öl fördern. In Sotschi verständigten sich beide Unternehmen Ende August auf eine groß angelegte strategische Kooperation. Der amerikanische Konzern sticht damit Konkurrent BP aus, dessen Zusammenarbeit mit Rosneft im Mai scheiterte. In Erkundungsarbeiten in der Arktis und am Schwarzen Meer wollen die Partner zunächst 3,2 Milliarden US-Dollar investieren. Für die Erschließung der Rohstoffvorkommen in der arktischen Karasee soll ein Joint Venture gegründet werden, an dem Exxon Mobil ein Drittel halten wird. Darüber kann sich Rosneft bei Exxon-Projekten im Golf von Mexiko und in Texas beteiligen. Der russische Vizepremier Igor Setschin gab an, dass die vereinbarte Partnerschaft Direktinvestitionen von 200 bis 300 Milliarden US-Dollar mit sich bringen werde. Allein für die arktischen Förderarbeiten seien mindestens zehn Bohrinseln notwendig, von denen jede bis zu 15 Milliarden US-Dollar kostet. Außerdem wollen Rosneft und Exxon 500 bis 600 Millionen US-Dollar in Forschungen und Kaderausbildung investieren. In St. Petersburg ist ein gemeinsames Forschungs- und Bildungszentrum geplant.

Deutscher Energieversorger baut Kraftwerk in Krasnodar

BERLIN/OLDENBURG/KRASNODAR, 25. August. Die deutsche Energieindustrie engagiert sich zunehmend bei der Stromproduktion in Russland. In Krasnodar unterzeichnete der Energieversorger KEHAG International AG vergangene Woche ein Rahmenabkommen über den Bau eines Kraftwerkes in der südrussischen Region. Es ist das vierte Projekt dieser Art, das die für das internationale Geschäft zuständige Tochtergesellschaft der Kasseler KEHAG AG in Russland plant. Das Unternehmen mit Sitz in Oldenburg will auf dem Gelände eines alten Klärwerks in Timaschewsk ein Blockheizkraftwerk mit 86 Megawatt Leistung errichten und betreiben. Bei 150 Millionen Euro liegt das Investitionsvolumen, verkündete die Gebietsverwaltung in Krasnodar Ende August. KEHAG-Vorstandsmitglied Gerhard Klein bestätigt das. „Wir entwickeln und finanzieren das Projekt – mit Unterstützung der Landesbank Berlin“, sagt Klein. Dafür wird eine Projektgesellschaft gegründet, die im Anschluss auch den Betrieb übernimmt. Die Technik, 20 Motoren à 4,3 Megawatt, kommt von den Motorenwerken Mannheim. Für den Bau werden lokale Unternehmen verpflichtet.

Ostseepipeline mit OPAL verbunden

LUBMIN. Die Direktverbindung zwischen den großen russischen Lagerstätten in Sibirien und dem europäischen Erdgasmarkt steht. Der erste Rohrstrang der Nord-Stream-Pipeline ist jetzt mit der Erdgasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung) verbunden worden. Der erste Strang des Pipelinesystems könne nun wie geplant im vierten Quartal dieses Jahres in Betrieb gehen, sagte Georg Nowack, Projektleiter der Nord Stream AG für Deutschland. Auch die Anschlussleitung OPAL sei fertiggestellt, meldet die Betreibergesellschaft, OPAL Net Transport GmbH, ein Unternehmen der WINGAS-Gruppe. Die letzte Verbindungsschweißnaht zwischen dem ersten Strang der Nord-Stream- und der OPAL-Leitung wurde Ende August auf dem Gelände der Erdgasübernahmestation in Lubmin bei Greifswald, wo die Pipeline die deutsche Küste erreicht, vorgenommen.

Dürr AG erhält Aircraft-Großauftrag aus Russland

BIETIGHEIM-BISSINGEN, 23. August. Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr hat in Russland seinen bisher größten Auftrag in der Flugzeugmontagetechnik erhalten. Der russische Flugzeugbauer Irkut bestellte Anlagentechnik für die Montage des neuen Passagierflugzeugs MS-21. Dürr wird das Projekt im sibirischen Irkutsk gemeinsam mit den Partnern Premium Aerotec, MR-Plan und EDAG abwickeln. Der Auftragswert liegt im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, der größte Teil davon entfalle auf Dürr, teilte der Konzern mit Sitz Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart Ende August mit. Der Bau der Montagelinien in Irkutsk beginnt im September 2012, die Übergabe an den Kunden ist für Ende 2013 geplant. Die bestellten Anlagen sind für eine Jahresproduktion von zehn Flugzeugen ab dem Jahr 2014 ausgelegt. Später ist ein zweistufiger Ausbau der Kapazität auf zunächst 36 und später 84 Flugzeuge pro Jahr beabsichtigt.

Neue Aufträge von Rosneft und Lukoil

WIEN. Der Anbieter von Öl- und Gasfelddienstleistungen C.A.T. oil AG meldete Mitte August den Eingang weiterer Aufträge seitens seiner langjährigen Kunden Rosneft und Lukoil. Dadurch erhöhe sich das Volumen des Orderbuchs, das nun auch Aufträge für die Jahre 2012 bis 2014 enthält, für das laufende Geschäftsjahr auf 239 Millionen Euro. Der Wert des erweiterten Auftrags von Rosneft im Hydraulic-Fracturing-Geschäft liegt bei 8,5 Millionen Euro. Die Ausführung der Arbeiten in Westsibirien ist für die zweite Jahreshälfte 2011 geplant. Der Sidetrack-Drilling-Großauftrag von Lukoil hat bei dreijähriger Laufzeit ein Volumen von 61 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen ab dem ersten Halbjahr 2012 bis 2014 in Westsibirien ausgeführt werden.