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Russland und seine Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Skolkowo kooperiert mit Berlin

BERLIN. Russlands Innovationsprojekt Skolkowo arbeitet beim Aufbau des Technologieparks vor den Toren Moskaus mit drei Berliner Forschungseinrichtungen zusammen. Anfang März unterzeichneten die Technische Universität Berlin, der Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof und der Wissenschafts-, Gesundheits- und BiotechPark Campus Berlin-Buch je eine Kooperationsvereinbarung mit der russischen Skolkowo-Stiftung, die für den Aufbau des Innovationszentrums Skolkowo zuständig ist. Die Vereinbarung sieht einen regelmäßigen Informationsaustausch zwischen den Berliner Einrichtungen und den russischen Wissenschaftlern vor, vorrangig in den Bereichen Biomedizin, Energie und Raumfahrt. Von Interesse auf russischer Seite seien zudem die Erfahrungen beim Aufbau und Betrieb eines Technologieparks an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Konkrete gemeinsame Projekte würden derzeit erarbeitet, sagte TU-Präsident Jörg Steinbach.

Voith erhält zwei Großaufträge für Wasserkrafttechnik

HEIDENHEIM/ ST. PÖLTEN. Die Wasserkraftsparte des deutschen Maschinenbauers Voith hat zwei Großaufträge aus Russland mit einem Wert von insgesamt 46 Millionen Euro erhalten. Sowohl der größte private Energieversorger Russlands, Irkutskenergo, als auch der größte Erzeuger von Strom aus Wasserkraft, RusHydro, haben Technik von Voith Hydro bestellt, meldet das Unternehmen mit Hauptsitz im baden-württembergischen Heidenheim. Voith wird für das Wasserkraftwerk Bratsk in Ostsibirien sechs neue Francis-Laufräder inklusive Zubehör im Werk in St. Pölten herstellen. Im Jahr 2013 soll das erste Laufrad vor Ort installiert werden und seinen Betrieb aufnehmen. Die weiteren fünf Laufräder werden dann in Halbjahresschritten nach Ostsibirien geliefert. Die neuen Laufräder haben einen Durchmesser von sechs Metern und sind für eine Leistung von je 255 Megawatt ausgelegt. Bereits im Dezember 2011 unterzeichnete Voith mit seinem langjährigen Kunden RusHydro einen Vertrag über zwei Kaplan-Laufräder und Turbinenregler inklusive Zubehör für das Wasserkraftwerk Miatlinskaja im südlichen Teil Russlands. Die neuen Laufräder haben einen Durchmesser von sechs Metern und sind für eine Leistung von je 145 Megawatt ausgelegt.

Siemens eröffnet Transformatorenwerk in Woronesch

WORONESCH. Der deutsche Mischkonzern Siemens eröffnete Ende Februar eine Produktionsstätte für Transformatoren in Woronesch, knapp 500 Kilometer südwestlich von Moskau. Die Investitionssumme beträgt laut Unternehmensangaben 50 Millionen Euro. Mit einer Gesamtfläche von 16.500 Quadratmeter ist es nach einer Bauzeit von etwa 1,5 Jahren das erste Werk in der neuen Industriezone des Gebietes Woronesch. Rund 400 Mitarbeiter sollen dort Leistungstransformatoren für Spannungsklassen bis zu 220 Kilovolt sowie Transformatoren für Lokomotiven und Züge produzieren. Siemens habe bereits Abnehmerverträge mit Betrieben in Woronesch geschlossen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Aber auch mit örtlichen Zulieferern seien Vereinbarungen getroffen, um die Lokalisierung der Produktion voranzutreiben. Gleichzeitig gab Siemens bekannt, dass es in Sotschi eine Wartungsstätte für die Regionalzüge bauen werde, die der Konzern der Russischen Bahn liefert. 54 Schnellzüge des Typs Desiro sollen während der Olympischen Winterspiele 2014 Sportler und Zuschauer befördern.

Treffen der Finanzzentren Frankfurt und Moskau

MOSKAU. Eine Wirtschaftsdelegation unter Leitung von Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch ist am Wochenende anlässlich der 6. Hessischen Wirtschaftstage in Moskau in die russische Hauptstadt gereist. Der hessischen Delegation gehören Vertreter von 28 Firmen aus dem Bereich Stadtentwicklung, Verkehr, Gesundheitswirtschaft und Finanzdienstleistungen an. Die kürzlich vereinbarte Finanzplatzkooperation zwischen Frankfurt und Moskau ist Thema zweier Treffen Poschs mit dem Vizeminister des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation, Oleg Fomitschew, und mit dem Präsidentenberater Alexander Wolloschin. Dabei geht es um Unterstützung beim Aufbau eines Internationalen Finanzzentrums in Moskau. Posch stattet außerdem der hessischen Partnerregion Jaroslawl einen Kurzbesuch ab.

Sovtransavto hat wieder Zollposten in Moskau

MOSKAU. Seit Mitte Februar gibt es in Butowo/Moskau wieder einen Zollposten bei der Spedition Sovtransavto. Durch die Schließung der Zollämter in der russischen Hauptstadt war dieser Verkehrsanschluss vor rund drei Jahren stillgelegt worden. Nun hat das Logistikunternehmen mit Sitz in Köln bereits zwei Testverladungen mit Stückgutsendungen von Berlin nach Butowo durchgeführt. „Im Moment sind wir – soweit ich das beurteilen kann – die einzige Spedition, die in Moskau unverzollte Stückgutsendungen per LKW anliefern, zollabfertigen oder unverzollt weiterleiten kann“, erklärt Harald Klug, Prokurist bei der Sovtransavto. Derzeit müssten Stückgutsendungen sonst beispielsweise in Nishnij Nowgorod oder in anderen Städten im Umkreis von Moskau entladen und abgefertigt werden. Der Zoll in Moskau und im Moskauer Gebiet wurde durch eine Reform, die im Sommer 2009 eingeleitet wurde und bis 2012 umgesetzt werden soll, komplett neu organisiert. Mit der Reform sollen Zollämter und Zollposten an die Außengrenzen Russlands verlegt werden.

Putin will radikal aufrüsten

MOSKAU. Russlands Militärapparat sieht einer umfangreichen Aufrüstung entgegen. 23 Billionen Rubel (rund 580 Milliarden Euro) sollen in den kommenden zehn Jahren in den Verteidigungssektor fließen, kündigte Premierminister Wladimir Putin Ende Januar in einem Gastbeitrag in der Rossijskaja Gaseta an. Der Artikel ist Teil von Putins Wahlprogramm. Am 4. März geht der jetzige Premier und einstige Präsident Russlands erneut in das Rennen um das höchste Amt im Land. Ziel seiner Militärstrategie sei es, die Staatssicherheit zu gewährleisten, erklärte Putin. Die Aufrüstung sei eine direkte Antwort auf den geplanten Raketenabwehrschirm der USA und der NATO, der eine nicht hinzunehmende Bedrohung für sein Land darstelle. Er zog historische Parallelen, als er festhielt, „die Tragödie von 1941 dürfe sich nicht wiederholen“. Damals traf der Angriff von Hitlers Armee eine schlecht ausgerüstete sowjetische Streittruppe. „Unsere Sicherheit kann nur garantiert werden, wenn das Land wirklich stark ist“, so Putin.

Kemper liefert an russischen Waggonbauer

VREDEN/ST. PETERSBURG. Der deutsche Anlagenbauer Kemper GmbH hat einen Millionenauftrag aus Russland erhalten. Bis Februar 2012 liefert das Unternehmen aus dem westfälischen Vreden mehr als 70 Filtersysteme an einen Waggonbauer aus dem Großraum St. Petersburg. Das Gesamtvolumen des Auftrags beläuft sich nach Firmenangaben auf deutlich über eine Million Euro. Um welchen Abnehmer es sich namentlich handelt, wollen die Deutschen erst nach der Zustellung der Systeme, die insbesondere dem Arbeitsschutz dienen, angeben. Mit dem Waggonbauer Promtractor aus der Teilrepublik Tschuwaschien ist es der zweite Großkunde aus Russland für Kemper.

Sberbank startet Expansion nach Europa

WIEN. Das größte russische Geldinstitut, die Sberbank, übernimmt die Volksbank International (VBI) – die Osteuropatochter der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG). Sberbank-Generaldirektor German Gref und das Top-Management der ÖVAG unterzeichneten am 15. Februar in Wien den Kauf von 100 Prozent aller Anteile. Mit der Übernahme des mittelosteuropäischen Filialnetzes expandiert das russische Kredithaus erstmals außerhalb der GUS. „Die Sberbank eröffnet ein europäisches Kapitel in ihrer Geschichte“, so Gref. Die Transaktion kennzeichne den letzten Schritt des Übergangs von einem großen nationalen Finanzinstitut zu einer führenden internationalen Bank. Die VBI – mit knapp 300 Filialen, 3.900 Mitarbeitern und 600.000 Kunden in mehreren ost- und südosteuropäischen Ländern - gehörte mehrheitlich der Österreichische Volksbanken AG, 49 Prozent hatten gemeinsam die französischen Volksbanken, BPCS sowie die deutschen Banken DZ und WGZ besessen.

Kasachstan belastet Hermes-Ergebnis

HAMBURG. Die Bundesregierung hat im zurückliegenden Jahr deutsche Exportgeschäfte in Höhe von 29,8 Milliarden Euro mit sogenannten Hermesdeckungen abgesichert. Das Deckungsvolumen der Exportkreditgarantien lag nur knapp unter dem Spitzenwert aus dem Vorjahr und erreichte damit den zweithöchsten Wert in der 62-jährigen Geschichte der Hermesdeckungen, heißt es in einer Mitteilung der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG Mitte Februar. Die Einnahmen aus Entgelten und Gebühren lagen mit 779 Millionen Euro auf dem Vorjahresniveau, während die Rückflüsse aus geleisteten Entschädigungen und Umschuldungen um 17 Prozent auf 219 Millionen Euro angestiegen sind. Nach Zahlungsausfällen auf Seiten der ausländischen Besteller wurden Entschädigungen in Höhe von 408,5 Millionen Euro ausgezahlt. Der Betrag ist fast um die Hälfte höher als im Vorjahr. Ursache sind zum größten Teil die Zahlungen für Entschädigungen im kasachischen Bankensektor. Die Türkei führt mit 4,83 Milliarden die Liste der wichtigsten Länder für Hermesdeckungen an – gefolgt von Russland mit 2,57 Milliarden und China mit 2,27 Milliarden. 75,1 Prozent aller Neudeckungen entfallen auf Exporte in Schwellen- und Entwicklungsländer.

PSI liefert Software für neues Walzwerk in Worsino

BERLIN. Die deutsche PSI AG wurde von einer Tochtergesellschaft des russischen Stahlproduzenten NLMK mit der Lieferung des Produktionsmanagementsystems PSI metals für ihr im Bau befindliches neues Walzwerk in Worsino in der Region Kaluga beauftragt. Die neue Produktionsstätte der KSIEMP wird eine Kapazität von 1,5 Millionen Jahrestonnen Langprodukte haben und aus einem Elektrostahlwerk mit einer achtsträngigen Gießmaschine und einem Walzwerk bestehen. Das Steuersystem der Berliner wird mit unterschiedlichen Komponenten geliefert. PSI metals Planning soll im Stahlwerk die Schmelzen und die Sequenzen an der Gießmaschine sowie im Walzwerk die Kampagnen und die Walzreihenfolge optimieren. Die Komponente PSI metals Production & Quality will eine hohe Qualitätssicherheit und Termintreue gewährleisten. PSI metals Logistics unterstützt die Material- und Transportlogistik von der Anlieferung des Vormaterials, der Lagerung der Halbfertig- und Endprodukte bis zum Versand. PSI metals Energy regelt das Energiemanagement. Über den Auftragswert wurde nichts bekannt.