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Russland und seine Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Gildemeister baut Fabrik in Uljanowsk

MOSKAU/BIELEFELD. Die Gildemeister AG will im Gebiet Uljanowsk ein neues Werk bauen. Rüdiger Kapitza, der Vorstandsvorsitzende des deutschen Werkzeugmaschinenbauers, bestätigte gegenüber der Neuen Westfälischen Zeitung, dass er Mitte November in Moskau ein entsprechendes Abkommen mit dem Gebietsgouverneur Sergej Morosow unterschrieben hat. Die Investitionen in das Bauprojekt belaufen sich auf 20 Millionen Euro. Das Werk soll im Industriegebiet Sawolschje entstehen. In dem Gebiet haben sich Automotive-, Kugellagerhersteller und der Luftfahrtkonzern Aerospace angesiedelt, die Gildemeister beliefern will. Das Grundstück sei bereits erworben. Das Werk, das mit einem jährlichen Ausstoß zwischen 850 bis 1.000 Werkzeugmaschinen konzipiert ist, soll Ende 2012 starten und mehrere Hundert neue Arbeitsplätze in der Region schaffen.

Energieallianz stößt auf Skepsis

MOSKAU/BERLIN. Russland will eine engere Energiepartnerschaft mit Deutschland eingehen. Auf einem Treffen mit dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft vergangenen Mittwoch warb Ministerpräsident Wladimir Putin für eine Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit im Bereich der Energieversorgung. Zwei Tage zuvor hatte Energieminister Sergej Schmatko der Bundesregierung eine Allianz vorgeschlagen, innerhalb derer Russland Kraftwerke in Deutschland finanzieren will. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt Schmatko, dass Russland Deutschland unterstützen möchte, die durch den Atomausstieg entstehende Versorgungslücke zu schließen. Errechnet hat die russische Seite eine Ersatzkapazität von zehn bis zwölf Gigawatt, was einer Leistung von zehn bis 15 Großkraftwerken entspreche. Es geht demnach um russische Investitionen in Milliardenhöhe. Dafür sei allerdings eine breite politische Zustimmung nötig, so Schmatko.

Militzer & Münch wachsen mit Projektlogistik

ST. GALLEN/MOSKAU. Die russische Tochter des Logistikdienstleisters Militzer & Münch wird ihren Anteil zum Gesamtumsatz des Unternehmens gegenüber dem Vorjahr auf mehr als zwölf Prozent verdoppeln. Die Schweizer machen dafür den starken Aufschwung auf dem russischen Logistikmarkt, insbesondere auf dem Öl- und Gassektor, verantwortlich. Gerade hier spiele Projektlogistik, auf die Militzer & Münch sich spezialisiert hat, eine entscheidende Rolle. Auch in der Automobil- und Stahlindustrie, der Landwirtschaft und der Holzverarbeitung konnten die Logistiker Zuwächse verbuchen. Zudem profitieren sie von den Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. 2010 hatte der Umsatz der international tätigen Gruppe bei 421 Millionen Euro gelegen, dem russischen Anteil von sechs Prozent dazu entsprechen etwa 25,3 Millionen Euro.

Deutsche Bank übernimmt russischen Vermögensverwalter

FRANKFURT/MAIN. Die Deutsche Bank erhöht ihren Anteil an dem Vermögensverwalter Deutsche UFG Capital Management auf 100 Prozent und baut damit das Fondsgeschäft in Russland aus. Das Unternehmen war aus der russischen Vermögensverwaltungsgesellschaft UFG Invest hervorgegangen, an der die Deutsche Bank 2008 einen Anteil von 40 Prozent erwarb. Wie das Kredithaus mitteilte, gehöre die Deutsche UFG Capital Management mit einem verwalteten Vermögen von 370 Millionen Euro zu den zehn größten Asset-Managern in Russland. Das Produktangebot umfasst neben Investmentfonds auch das individuelle Portfoliomanagement für private und institutionelle Anleger. Die Deutsche Bank erhofft sich durch die Übernahme einen besseren Zugang für seine Kunden in Russland. Der Wert des Geschäfts blieb unbenannt.

Grünes Licht für WTO-Beitritt

GENF. Russlands Weg in die Welthandelsorganisation ist geebnet. Am 10. November billigte die Arbeitsgruppe für die Aufnahme der Russischen Föderation in die WTO das Beitrittsprotokoll. Damit sind die formellen Verhandlungen nach fast 18 Jahren abgeschlossen. Erst einen Tag zuvor hatte Russland den letzten Stolperstein genommen und sich mit Georgien geeinigt, das als WTO-Mitglied ein Veto gegen den Beitritt seines Nachbarlandes eingelegt hatte. Streitpunkt war die Zollgrenzkontrolle zwischen Russland und den abtrünnigen Republiken Südossetien und Abchasien, die Georgien auch nach dem Blitzkrieg mit Russland im August 2008 zu seinem Territorium zählt. Russland erkennt beide jedoch als unabhängig an. Ein Kompromiss konnte nun mit der Vermittlung der Schweiz gefunden werden. Nach dem Abschluss der Verhandlungen wird nun auf der nächsten WTO-Ministerkonferenz vom 15. bis 17. Dezember über die Aufnahme Russlands abgestimmt. Das Ratifikationsverfahren im Anschluss soll nach Aussagen des russischen Chefunterhändlers Maxim Medwedkow höchstens 220 Tage in Anspruch nehmen. Demnach könnte Russland im Sommer 2012 vollwertiges WTO-Mitglied werden.

Coffeeshop Company expandiert in Russland

NEUSIEDL AM SEE. Die österreichische Coffeeshop Company, Teil der Schärf Unternehmensgruppe, will in Russland zahlreiche weitere Standorte eröffnen. Wie der ORF berichtete, wurde mit einem russischen Franchise-Partner vor Kurzem ein entsprechender Vertrag unterzeichnet. Insgesamt sollen rund 115 neue Coffeeshops in Russland entstehen und Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro getätigt werden. Derzeit ist das Franchise-System der Coffeeshop Company mit 36 Standorten in Russland aktiv. Außer in Österreich und Russland gibt es die Coffeeshop Company auch in 19 weiteren Ländern, unter anderem in den USA, der Slowakei, Ägypten, Ungarn, Tschechien und Polen.

Russland und China zahlen die meisten Schmiergelder

BERLIN. Russische und chinesische Unternehmen setzen besonders oft Schmiergelder bei Geschäften im Ausland ein. Auf der jährlich erscheinenden Bestechungszahlerliste der Antikorruptionsorganisation Transparency International, die Anfang November wieder veröffentlich wurde, belegt China den vorletzten und Russland den letzten Platz. Die wenigsten Bestechungsgelder bezahlen niederländische und schweizerische Unternehmen im Ausland, Deutschland rangiert hinter Belgien auf Platz vier der Liste. Indien konnte seine Bewertung im Vergleich zum Vorjahr am deutlichsten verbessern und liegt nun zusammen mit der Türkei und Taiwan auf Platz 19, der insgesamt 28 untersuchten Länder. Zu den Bereichen, in denen laut der Befragung unter 3.000 Geschäftsleuten am meisten bestochen wird, gehören Bauarbeiten und öffentliche Aufträge. Weniger Schmiergeld fließt in der Landwirtschaft.

Deutsche Bühnentechnik für das Bolschoi-Theater

LOHR. Anlässlich der Wiedereröffnung des Bolschoi-Theaters Ende Oktober in Moskau teilte die Bosch Rexroth AG mit, dass sie als Generalunternehmer für die flexible Bühnentechnik des Traditionshauses mehr als 600 elektrische und hydraulische Antriebe sowie die Bühnenleittechnik für die Ober- und Untermaschinerie projektiert, installiert und in Betrieb genommen hat. Hinter der vollständig erhaltenen historischen Fassade von 1825 finden Theaterfreunde nun eine ausgeklügelte und hoch moderne Bühnentechnik. Da die Außenmaße des Gebäudes beim Umbau unverändert bleiben mussten, wurde der Bühnenbereich vollständig entkernt und für die Bühnentechnik neuer Raum geschaffen. So ist zum Beispiel die Bühnengrube, in der die großen Bühnenpodien fahren, nun mehr als 20 Meter tief. Die Bosch Rexroth AG ist Spezialist für Antriebs- und Steuerungstechnologien. Das Unternehmen der Bosch-Gruppe erzielte 2010 mit 34.900 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 5,1 Milliarden Euro.

Wintershall und Gazprom bauen Gasförderung aus

KASSEL. Ende Oktober wurde in Ludwigshafen von Alexej Miller, Vorstandsvorsitzender von Gazprom, und Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender der BASF SE, eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, die den geplanten Austausch von Beteiligungen festlegt. Demnach sollen zwei weitere Blöcke der Achimow-Formation des Urengoi-Feldes in Westsibirien gemeinsam erschlossen werden. Wintershall, eine 100-prozentige Tochter der BASF SE, wird sich zunächst mit 25 Prozent plus einem Anteil an der Entwicklung der Blöcke IV und V beteiligen. Weiterhin erhält Wintershall eine Option, diese Beteiligung auf 50 Prozent aufzustocken. Die Rahmenvereinbarung sieht vor, dass Gazprom im Gegenzug wertgleiche Beteiligungen an einigen ausgewählten Explorations- und Produktionsprojekten der Wintershall in der Nordsee (Niederlande, Großbritannien) erhalten soll. Hier wird Gazprom im Ergebnis an der Hälfte der jeweiligen Wintershall-Anteile in den Konzessionen beteiligt.

WTO-Beitritt: Letzte Hürden werden beseitig

MOSKAU. Russland ist dem Beitritt in die Welthandelsorganisation (WTO) noch nie so nah gewesen wie heute. Georgien – dessen Veto letzter Stolperstein in den knapp 18 Jahre dauernden Beitrittsverhandlungen war – hat Ende Oktober faktisch seine Zustimmung zur Aufnahme seines Nachbarlandes in den Handelsbund gegeben. Streitpunkt war bis zuletzt die Kontrolle des Warenaustausches zwischen den beiden abtrünnigen Republiken Abchasien und Südossetien und Russland. Nun gibt es einen Kompromissvorschlag, der mit Vermittlung der Schweiz entstanden ist und dem der georgische Vizeaußenminister Sergi Kapanadse bei der jüngsten Verhandlungsrunde Ende Oktober in Genf zugestimmt hat. Eine Woche zuvor konnte Russland schon die Verhandlungen mit der Europäischen Union abschließen. EU-Handelskommissar Karel de Gucht bestätigte Mitte Oktober in Brüssel, dass die letzten bilateralen Hindernisse für den WTO-Beitritt Russlands ausgeräumt seien. Die nächste Sitzung der WTO-Arbeitsgruppe wird Mitte Dezember in Brüssel stattfinden. Sollte es keine Überraschungen geben, könnte Russlands Beitritt dann Wirklichkeit werden