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Russland und seine Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Pilotprojekt Staatsbahn: Teilprivatisierung schon 2013

MOSKAU. Russland treibt seine Privatisierungspläne weiter voran. Schon im kommenden Jahr soll ein Teil des zu 100 Prozent staatlichen Bahnkonzerns Rossijskije schelesnyje dorogi (RZD) verkauft werden. Bis zu fünf Prozent des Unternehmens will der Staat auf den Markt bringen, kündigte Wirtschaftsminister Andrej Beloussow in der vergangenen Woche in Moskau an. Eine gemeinsame Studie von RZD und Verkehrsministerium habe die Machbarkeit des Pilotprojekts zur Teilprivatisierung bereits 2013 bestätigt, so Beloussow weiter. Es sei wichtig, den Bahnkonzern öffentlich handelbar zu machen und so dessen Marktwert zu taxieren. Die russische Regierung hatte im Juni 2012 einem Plan zugestimmt, wonach 25 Prozent minus eine Aktie an der RZD schon in diesem und im kommenden Jahr an private Investoren verkauft werden sollen. Bahnchef Wladimir Jakunin hatte diese Pläne damals jedoch als „unrealistisch“ abgelehnt.

EBRD finanziert Continental-Reifenfabrik in Kaluga

LONDON/HANNOVER. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) stellt dem deutschen Reifenhersteller Continental ein langfristiges Rubel-Darlehen zur Verfügung. Mit dem Kredit über umgerechnet rund 90 Millionen Euro, der eine Laufzeit von acht Jahren hat, will der deutsche Automobilzulieferer den Bau eines Reifenwerks im russischen Automotive-Cluster Kaluga finanzieren. Die Fabrik soll auf eine Kapazität von vier Millionen Reifen pro Jahr ausgelegt werden. 2011 hatte der russische Reifenmarkt ein Volumen von rund vier Milliarden Euro mit etwa 54 Millionen verkauften Reifen. Continental ist der dritte Reifenhersteller, der für den Produktionsaufbau in Russland eine Finanzierung von der EBRD erhält. Auch Michelin und Nokian profitierten bereits von der Unterstützung durch die Osteuropa-Bank.

BASF eröffnet Zentrum für PU-Systeme bei St. Petersburg

ST. PETERSBURG. Der Chemiekonzern BASF hat gestern sein neues anwendungstechnisches Zentrum für Polyurethan-Systeme in Wsewoloschsk bei St. Petersburg eröffnet. Wie das seit 2000 bestehende Polyurethan-Systemhaus in Nischnekamsk gehört auch der neue Standort zu Elastokam, dem BASF-Joint-Venture mit dem russischen Unternehmen OAO Nishnekamskneftechim (NKNC). Auf dem rund 2.000 Quadratmeter großen Areal in Wsewoloschsk sind neben dem modernen Technikzentrum und Büroflächen auch Lagerkapazitäten und ein Testlabor untergebracht. Das anwendungstechnische Zentrum soll Kunden aus Russland und anderer GUS-Staaten technischen Service sowie Vertriebs-Know-how für moderne Polyurethan-Systeme bieten. Polyurethane sind Kunststoffe oder Kunstharze, aus denen beispielsweise Dichtstoffe, Fußböden, Dämmstoffe, Lacke, Klebstoffe, Autositze, oder Armaturenbretter hergestellt werden. Die moderne Ausstattung im neu eröffneten BASF-Zentrum ermöglicht Testreihen von Polyurethan-Anwendungen für die Automobil- und Bauindustrie sowie im Bereich CASE (Beschichtungen, Klebstoffe, Dichtstoffe und Elastomere).

EU und Russland streiten weiter über Visa

MOSKAU. Die Europäische Union und Russland konnten ihre Meinungsverschiedenheiten über gegenseitige Visa-Erleichterungen nicht beheben. Das könnte nun Folgen für europäische Fluggesellschaften haben. Anlässlich eines Treffens der Außenminister am 14. Oktober in Luxemburg sagte der russische Amtsinhaber Sergej Lawrow, die Verhandlungen mit der EU laufen schwieriger als erwartet. Ein Streitpunkt ist das Thema Dienstreisepässe. Moskau besteht darauf, dass ihre Besitzer ohne jegliche Formalitäten nach Europa reisen dürfen. Brüssel lehnt das jedoch ab, schreibt die Zeitung Kommersant. Lawrow argumentierte, Moskau habe bereits wichtige Zugeständnisse gemacht. So sei die Visumsfreiheit für EU-Flugbesatzungen bisher immer automatisch verlängert worden. Sollte man sich nicht bis zum Ablaufen der nächsten Frist am 1. November einigen, drohte der russische Außenminister, würden die Einreisevisa für Flugpersonal aus EU-Ländern wieder eingeführt.

Rosneft auf dem Sprung zum größten Ölkonzern

MOSKAU. Der durch den russischen Staat kontrollierte Ölförderer Rosneft hat eine Offerte für die Russlandsparte des Energiekonzerns BP vorgelegt. Laut Medienberichten bietet Rosneft zwischen 25 und 28 Milliarden US-Dollar und eigene Aktien für die britische Hälfte des Joint Ventures TNK-BP. Auch mit den Besitzern der anderen Hälfte, dem Konsortium AAR einer Gruppe russischer Oligarchen, führt Rosneft derzeit Übernahme-Gespräche. Allein durch den Zugewinn des BP-Anteils würde sich Rosneft an die Spitze der Ölförderer weltweit setzen. Unklar ist, wie das Unternehmen das Geschäft finanzieren will. Angeblich verhandelte der Energiekonzern in den vergangenen Wochen über milliardenschwere Kredite in London. Rosneft-Chef und Putin-Vertrauter Igor Setschin hielt sich auch in der vergangenen Woche in der britischen Hauptstadt auf – um mit dem BP-Vorstandsvorsitzendem Bob Dudley zu verhandeln. BP will sein Russlandgeschäft nach einem jahrelangen Gesellschafterstreit verkaufen.

Milliardenkosten für die Fußball-WM 2018

MOSKAU. Der Bau und die Modernisierung der Stadien zur Fußball-WM 2018 wird Russland zwischen 162 und 199 Milliarden Rubel kosten (etwa vier bis 4,9 Milliarden Euro), schreibt das Consultingunternehmen PMR in seinem Report „World Cup 2018 in Russia – Development forecasts and planned investment“. Auf weitere 22 Milliarden Rubel 567 Millionen Euro) werden sich die Anpassungen der Trainingszentren für die russische Nationalelf belaufen. Elf Städte wurden Ende September als Austragungsorte für die WM ausgesucht, darunter Sotschi, in dem der erste Stadion-Neubau schon Ende 2013 fertiggestellt werden wird. Allerdings werden hier zuvor die Olympischen Winterspiele 2014 ausgetragen. Ebenfalls Ende 2013 soll das Stadion in Kasan, der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan, vollendet werden. In Bau befinden sich außerdem bereits die Stadien in St. Petersburg, Saransk und das Moskauer Spartak-Stadion. Das Luschniki-Stadion in Moskau und das Jekaterienburger Stadion sollen für die WM saniert werden.

60 Jahre Ost-Ausschuss: Jubiläum in Berlin

BERLIN. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft feiert im Oktober sein 60-jähriges Jubiläum. Am 9. Oktober 1952 wurde die Organisation gegründet, am 25. Oktober findet die Festveranstaltung in Berlin statt. Zu den Festrednern werden Bundeskanzlerin Angela Merkel, der kroatische Ministerpräsident Zoran Milanovic, der russische Vize-Premier Igor Schuwalow und EU-Kommissar Günther Oettinger gehören. Zu den geladenen Gästen zählen unter anderem auch der neue kasachische Ministerpräsident Serik Achmetow und der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der zum Buch über die Geschichte des Ost-Ausschusses das Geleitwort beisteuerte. Russlands Präsident Putin wird ein Grußwort per Video übersenden.

Deutsche sind Partner der Paralympischen Spiele in Sotschi

DUDERSTADT. Der deutsche Orthopädietechnik und Prothesen-Anbieter Ottobock wird bei den Paralympischen Spielen 2014 in Sotschi als exklusiver Partner den technischen Service für die Athleten übernehmen. Wie das Familienunternehmen Ende Okotober mitteilte, wurde die Partnerschaft beim 11. Internationalen Investitionsforum in Sotschi vom Organisationskomitee „Sotschi 2014“ offiziell bestätigt. Im Rahmen des Vertrages wird Ottobock ein Team aus Technikern zur Verfügung stellen, das die Wartung und Reparaturen der Prothesen, Orthesen und Rollstühle der Athleten übernehmen wird. Der Vertrag sei bereits zwei Wochen nach Abschluss der Paralympischen Spiele 2012 in London unterzeichnet worden. Dort haben 80 Mitarbeiter von Ottobock aus 18 Ländern Wartungs- und Reparaturarbeiten für die 4.200 Athleten durchgeführt.

Infrastrukturprojekte in Russland mit Finanzierungsschwierigkeiten

Ende August sorgte ein Artikel in der russischen Zeitung Wedomosti für erhebliche Aufmerksamkeit. Es ging um die Frage, ob die Finanzierung von Neubaustrecken für den Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV) Moskau-St. Petersburg sowie Moskau-Jekaterinburg sichergestellt werden könnte. Da beide Vorhaben nicht zuletzt im Kontext mit der Fußballweltmeisterschaft 2018 gesehen werden müssen, erhielt die Angelegenheit noch eine politische Dimension. Angesichts des enormen finanziellen Aufwands für solch hochwertige Infrastrukturprojekte und im Hinblick auf ihren hohen Importanteil ist die Frage nach ihrer Realisierbarkeit legitim. Ohne die Unterstützung der Regierung sind visionäre Projekte bislang nicht denkbar. Das neue Konzessionsgesetz, das im November 2011 in Kraft trat, bringt nun aber auch die gesetzliche Grundlage für PPP-Finanzierungsmodelle.

NRW.INVEST eröffnet Repräsentanz in St. Petersburg

BERLIN/MOSKAU, 5. Oktober. Nordrhein-Westfalen hat Anfang Oktober eine Repräsentanz in St. Petersburg eröffnet. Anlässlich einer Delegationsreise nach Russland, an der 61 Unternehmer teilnahmen, eröffnete der nordrhein-westfälische Staatsekretär im Wirtschaftsministerium Günther Horzetzky gemeinsam mit Alexander Prochorenko, zuständig für Außenbeziehungen bei der Stadtregierung St. Petersburg, die NRW.INVEST Russia. Die neue Vertretung soll von St. Petersburg aus in ganz Russland für den deutschen Investitionsstandort werben. Die Leitung der neuen Repräsentanz übernimmt die aus St. Petersburg stammende Tatjana Schwarzkopf.