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Russland und seine Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Messe Frankfurt übernimmt Interlight Moscow

FRANKFURT. Die Messe Frankfurt übernimmt Russlands Leitmesse für dekorative und technische Beleuchtung sowie Gebäudeautomation – die Interlight Moscow. Verkäufer ist der in Nürnberg ansässige...

AvtoVAZ will in Ostkasachstan produzieren

TOGLIATTI. Russlands größter Automobilhersteller AvtoVAZ wird in Ostkasachstan eine Produktion aufbauen und dafür nach eigenen Angaben rund 500 Millionen US-Dollar investieren. Das Werk wird...

Deutsche Industrie setzt zum Jahresendspurt an

BERLIN. Kurz vor dem Jahreswechsel zeigt sich die deutsche Wirtschaft bei ihrem Russlandengagement besonders aktiv. Der bilaterale Handelsumsatz könnte 2011 die Marke von 70 Milliarden Euro überschreiten, schätzt die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer Ende November – das wären noch einmal zwölf Milliarden mehr als im Rekordjahr 2008. 54 Milliarden Euro waren nach den ersten drei Quartalen bereits erreicht. Zudem vermeldeten gleich drei Industrieunternehmen und ein Technik- und Serviceanbieter in den vergangenen Tagen bedeutende Vorhaben im Osten.

Russischer Bankensektor auf dem Prüfstand

WASHINGTON/MOSKAU. Das russische Bankensystem ist im Großen und Ganzen resistent gegen eine Vielzahl von makroökonomischen und finanziellen Schocks. Zu diesem Ergebnis kommt der Internationale Währungsfonds (IWF), der Ende November gleich drei Berichte zum russischen Bankensektor veröffentlichte. Das System verfüge über ausreichend Kapital und Gewinnpuffer, obwohl große Verluste durch Kreditausfälle entstehen könnten, behauptet das erste Papier, das sich mit den Ergebnissen der Stresstests russischer Banken auseinandersetzt. Zudem hat der IWF die Einhaltung der Basler Grundsätze für eine wirksame Bankenaufsicht geprüft und gegenüber 2007 Verbesserungen festgestellt. Es fehle der Zentralbank aber immer noch der aufsichtsrechtliche Rahmen für die Durchsetzung der Empfehlungen, was die Umsetzung hemme. Was das Krisenmanagement angeht, hält der IWF fest, dass Russland auf die Erschütterungen der Weltwirtschaft im Jahr 2008 verzögert reagierte. In der Folge konnte aber durch ein breites Maßnahmenpaket die Stabilität des Bankensektors wieder hergestellt werden.

Militärausgaben dominieren Staatsetat

MOSKAU. Die russische Staatsduma hat Ende November in dritter und letzter Lesung den Staatshaushalt für 2012 und die Etatplanung für 2013 bis 2014 verabschiedet. Im kommenden Jahr sollen Haushaltseinnahmen in Höhe von 11,8 Billionen Rubel (etwa 280 Milliarden Euro) Ausgaben von 12,7 Billionen (etwa 303 Milliarden Euro) gegenüberstehen. „Das neue Budget hat drei Schwerpunkte“, sagte Juri Wasilijew, Mitglied der Regierungspartei Jedinaja Rossija und Leiter des Duma-Haushaltsausschusses, „die Umsetzung sozialer Verpflichtungen des Staates gegenüber der Bevölkerung, die Modernisierung der Wirtschaft und die Stärkung unserer Verteidigung“. Tatsächlich wird vor allem der Militärsektor ausgebaut – ein Drittel aller Ausgaben sind 2014 für diesen Bereich vorgesehen. In den kommenden drei Jahren steigen die Verteidigungsausgaben von 13,9 auf 18,8 Prozent und die Ausgaben für die nationale Sicherheit und den Rechtsschutz von 11,3 auf 14,2 Prozent des Staatsbudgets, wie die russische Beraterfirma FBK errechnet hat.

EBRD unterstützt neue Produktionslinie bei Kronospan

LONDON. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) gewährt dem russischen Tochterunternehmen des internationalen Holzverarbeitungskonzerns Kronospan einen Kredit über insgesamt 120 Millionen Euro. Damit will das Unternehmen eine neue Anlage für die Produktion von Grobspanplatten finanzieren. Die im Fachjargon OSB-Platten bezeichneten Materialen für den Roh- und Innenausbau müssen bis dato nach Russland importiert werden. Kronospan gehört dabei nicht nur zu den größten holzverarbeitenden Betrieben in Russland, sondern auch zu den wichtigsten Händlern für OSB-Platten. Die Grobspanplatten kommen aus den Anlagen, die Kronospan in Bulgarien, Tschechien, Lettland, Luxemburg und Rumänien betreibt. Die neue OSB-Produktion soll in das bestehende Werk in Jegoriewsk im Moskauer Gebiet integriert werden.

Rheinmetall baut Trainingszentrum für russisches Heer

DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern ist mit seinem russischen Partner JSCo Oboronservis vom Verteidigungsministerium der Russischen Föderation beauftragt worden, ein Trainings- und Ausbildungszentrum in Mulino/Russland zu errichten. In der Wolga-Region soll bis 2014 eine der modernsten Trainingsanlagen mit simulationsgestützter Ausbildung entstehen, in der pro Jahr bis zu 30.000 Soldaten ausgebildet werden können. Das Auftragsvolumen für Rheinmetall beziffert sich einschließlich Erweiterungsoptionen auf über 100 Millionen Euro. JSCo Oboronservis ist der Generalunternehmer im Projekt und wird die Anlage künftig für die russischen Streitkräfte als Betreibermodell führen. Rheinmetall ist mit der Entwicklung und Lieferung der Live-Gefechtssimulationsanlage beauftragt und wird zudem die Realisierung aller Gewerke in Mulino bis zu deren Inbetriebnahme überwachen und für die Einhaltung der Qualitätsstandards verantwortlich sein.

Bucher erhält Großauftrag aus Moskau

NIEDERWENINGEN. Im internationalen Ausschreibungsverfahren der Stadt Moskau hat der Schweizer Industriekonzern Bucher Municipal den Zuschlag für die Lieferung von 400 Kompakt- und 245 Großkehrfahrzeugen sowie 230 Streuern für den Winterdienst im Wert von 51 Millionen Euro erhalten. In der russischen Hauptstadt sorgen schon seit Jahrzehnten Kehrfahrzeuge und Winterdienst-Ausrüstungen von Bucher Municipal für saubere Straßen. Die neuen Maschinen sollen in kurzer Zeit – bis Ende Mai 2012 – ausgeliefert werden, rund 20 Prozent sogar noch im vierten Quartal dieses Jahres. Der Auftrag sorgt in den Werken von Bucher Municipal in der Schweiz, Großbritannien, Lettland und Italien für eine hohe Auslastung der Kapazitäten.

Agrarregion Pskow baut auf Nahrungsmittelverarbeitung

Russlands Regionen stehen mehr und mehr im Wettbewerb um Investoren. Boom-Regionen wie Kaluga, Krasnodar oder Tscheljabinsk sind deutschen Investoren seit einiger Zeit bekannt. Große Konzerne haben sich angesiedelt, die Zulieferer kommen nach. Doch auch die hierzulande weniger bekannten Regionen beobachten diesen Aufschwung und wollen nachziehen. Ende Oktober reisten Vertreter des Gebiets Pskow, unterstützt von der Commit Group, mit einer Wirtschaftsdelegation nach Bonn, um deutsche Investoren von den Vorteilen der Agrarregion zu überzeugen. „Konkurrenz unter den Regionen – ich finde das gut. Das gibt uns, der Verwaltung, wichtige Impulse, nur so können wir uns weiterentwickeln“, erklärt Sergej Pernikow, Erster Stellvertretender Gouverneur des Gebietes Pskow. Er ist Teil einer sehr jungen, engagierten Delegation um Andrej Turtschak, seit 2009 Gouverneur des Gebietes und mit 36 Jahren einer der jüngsten Gouverneure Russlands. Allein 2011 hat die Gebietsverwaltung 25 Projekte im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro gestartet, um die Region voranzubringen. Laut ihrer Strategie der Entwicklung des Gebiets Pskow im sozialen und wirtschaftlichen Bereich bis 2020 hat die Entwicklung des agroindustriellen Komplexes dabei oberste Priorität. Die Schwerpunkte der Region liegen außerdem im Transport- und Logistiksektor, im Tourismus, bei der verarbeitenden Industrie, vor allem der Nahrungsmittelindustrie, und beim Maschinen- und Anlagenbau.

Auf dem Weg zur Eurasischen Union

MOSKAU. Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew hat sich mit seinen kasachischen und belarussischen Amtskollegen, Nursultan Nasarbajew und Alexander Lukaschenko, auf die Gründung der Eurasischen Union verständigt. Mitte November unterzeichneten die Staatenlenker in Moskau eine Erklärung über die Gründung der Union bis 2015. Bei der Eröffnung des trilateralen Gipfels betonte Nasarbajew mit Blick auf die bereits bestehende Zollunion der drei Länder: „Wir haben gemeinsam an der Bildung eines Einheitlichen Wirtschaftsraums gearbeitet, nun gehen wir zu einem nächsten Integrationsstadium über, zur Bildung einer Eurasischen Wirtschaftsunion.“ Medwedjew wies darauf hin, dass die Union weiteren Mitgliedern gegenüber offen sei. Im Oktober hatte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin ein Bündnis ehemaliger Sowjetrepubliken nach dem Vorbild der EU vorgeschlagen, um den Handel zwischen den Staaten zu erleichtern. Auch eine überstaatliche Kommission, ähnlich der EU-Kommission, ist vorgesehen.