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Russland und seine Wirtschaft: Nachrichten, Publikationen, Geschäftskalender, Links, Adressen, Handelsbeziehungen zu Deutschland

Neue Importschranken belasten EU-Beziehungen

MOSKAU. Nachdem Russland das Importverbot für europäisches Gemüse am 22. Juni aufgehoben hat, droht eine neue Lebensmittelkrise. Nur wenig später verhängte die Russische Föderation ein Einfuhrverbot gegen einige deutsche Molkereien und Fleischlieferanten. Ab 27. Juni dürfen zehn große Milch- und drei Fleischverarbeiter ihre Produkte nicht mehr nach Russland exportieren. Entgegen einiger Medienberichte steht dieses Verbot nicht im Zusammenhang mit den EHEC-Infektionen in Deutschland, erklärte der Milchindustrieverband vergangenen Freitag. Im April dieses Jahres kontrollierte die russische Agraraufsichtsbehörde Rosselchosnadsor routinemäßig 18 Molkereien und vier Fleischbetriebe in Deutschland. Dabei seien „systematische Mängel“ bei den für Russland bestimmten Produkten festgestellt worden, begründete Rosselchosnadsor die Entscheidung für das Einfuhrverbot. Die russische Behörde forderte die deutsche Seite nun auf, die betreffenden Exportwaren in Einklang mit den Sicherheitsanforderungen Russlands und der Zollunion zu bringen. Worin genau die Abweichungen bestehen, bleibt indes unklar. „Die konkreten Beanstandungen liegen uns nicht vor“, sagt Björn Börgermann vom Milchindustrieverband gegenüber Ost-West Contact.

Siemens stellt Technik für Lukoil

MOSKAU. Russlands größter privater Ölkonzern Lukoil und der deutsche Technologierkonzern Siemens haben sich auf eine strategische Zusammenarbeit bei Energieprojekten verständigt. Ein entsprechendes auf drei Jahre angelegtes Abkommen unterzeichneten Lukoil-Präsident Wagit Alekperow, Siemens-Vorstandschef Peter Löscher sowie der Leiter des Siemens-Energiesektors, Tom Blades, teilten beide Unternehmen Mitte Juni mit. Die Partner wollen unter anderem im Bereich der erneuerbaren Energien kooperieren, Wasser- und Windkraftwerke bauen. Bei den Projekten sollen Gas- und Dampfturbinen sowie Schalt- und Steueranlagen von Siemens zum Einsatz kommen, unter anderem auch 25-Megawatt-Energieeinheiten für den Bau von. Weitere Kooperationsbereiche sind die Verwertung von Begleitgas, die Automatisierung und Sicherheit von Kraftwerken sowie Energieeinsparung. Lukoil und Siemens wollen ihre Gemeinschaftsprojekte in Russland, der Ukraine, Aserbaidschan, Usbekistan, Kasachstan, Bulgarien, Rumänien, Irak, Saudi-Arabien und Venezuela verwirklichen.

Moskauer Planetarium erhält Projektor aus Jena

MOSKAU/JENA. Herzstück des Mitte Juni wieder eröffneten Planetariums in Moskau ist ein Projektor der Carl Zeiss AG. Das Unternehmen mit Stammsitz in Jena berichtet, dass damit bereits der dritte Planetariumsprojektor von Carl Zeiss im Moskauer Planetarium seinen Dienst aufnimmt. Der erste Projektor von 1929, wurde 1977 durch ein speziell für Moskau entwickeltes Planetariumsmodell mit Automatiksteuerung ersetzt. Beide Instrumente sind als Zeitzeugen im Ausstellungsbereich des Planetariums wieder aufgebaut. Mit einer Kuppel von 25 Metern Durchmesser ist das renovierte Planetarium das größte in Europa. 1929 öffnete es zum ersten Mal seine Pforten. Nach der Schließung 1994 teilprivatisierte die Stadt 1998 die Baustelle des Sternenhauses. Den 17-jährigen Umbauprozess, der mit etwa 100 Millionen Euro zu Buche schlagen soll, begleiteten Schulden- und Korruptionsskandale. Seit Mitte Juni sind nun auf 17.000 Quadratmeter Fläche interaktive Modelle, ein Foucaultsches Pendel, eine große Meteoritensammlung und Artefakte aus über 50 Jahren Raumfahrtgeschichte ausgestellt.

Licht und Schatten in St. Petersburg

ST. PETERSBURG. Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew will die Privatisierung beschleunigen und hat die Regierung beauftragt, bis zum 1. August Programmkorrekturen am Privatisierungsplan für die Jahre 2011 bis 2013 vorzunehmen. „Der Staat braucht kein so großes Eigentum“, betonte Medwedjew bei der Eröffnung des St. Petersburger Wirtschaftsforums in der vergangenen Woche. Die bisherigen Privatisierungspläne seien „zu bescheiden“, so der Staatschef. „Vorsichtiger soll man nur bei den Infrastrukturmonopolen und bei der Gewährleistung der militärischen Sicherheit des Landes sein.“ Der Präsident kündigte an, dass Russland weitere Anreize für internationale Investoren schaffen werde. So soll die Kontrolle über strategische ausländische Investitionen verringert werden. Bereits gegründet sei eine Verwaltungsgesellschaft für den früher angekündigten Direktinvestitionsfonds. Als Startkapital habe der Staat rund zwei Milliarden US-Dollar vorgesehen. Zudem machte sich Medwedjew für eine Dezentralisierung wirtschaftspolitischer Entscheidungen stark und bekräftigte die Pläne, bis Herbst alle Staatsfunktionäre in den Aufsichtsräten von Unternehmen durch unabhängige Personen ersetzen zu lassen.

Bremer unterstützen Ust-Luga

BREMEN. Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) beteiligt sich an den Planungsarbeiten für den „Ust-Luga Multimodal Complex“ in Russland. Die multimodale Logistikzone soll...

VW besiegelt Fertigung in Nishnij Nowgorod

WOLFSBURG/NISHNIJ NOWGOROD. Die Volkswagen AG hat die Auftragsfertigung von Volkswagen und Škoda Modellen im GAZ-Werk in Nishnij Nowgorod vertraglich besiegelt. Bereits im Februar...

Moskau und Brüssel wollen Barrieren abbauen

NISHNIJ NOWGOROD. Starten wollen die EU und Russland mit Gemüse: Moskau wird das Einfuhrverbot für Frischgemüse aus der Europäischen Union aufheben, wenn die EU für deren Sicherheit garantiert, erklärte der russische Präsident Dmitrij Medwedjew auf dem EU-Russland-Gipfel Ende vergangener Woche in Nishnij Nowgorod. EU-Kommissions-Präsident José Manuel Barroso versicherte, dass die EU entsprechende Zertifikate innerhalb der nächsten Tage vorlegen werde. Damit konnte der Streit um das Importverbot beigelegt werden, das Russland vor einer Woche verhängt hatte, nachdem es in Deutschland durch EHEC-Infektionen zu Todesfällen gekommen war. Zeitgleich kam aus der Bundesrepublik die Entwarnung für den Großteil frischen Gemüses: Gurken, Tomaten und Salat sollen nicht Träger des gefährlichen Darmkeims sein – sondern Bohnensprossen. Die EHEC-Debatte überschattete den EU-Russland-Gipfel, dessen zentrales Thema die Verhandlungen über ein neues Partnerschaftsabkommen sein sollten. Die Gespräche drehten sich weiterhin um Fragen der europäisch-russischen Modernisierungspartnerschaft, die Abschaffung der Visapflicht, die Energiezusammenarbeit und den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO).

Non-stop-Arbeiten für Olympia

Baukräne, Sand- und Schutthaufen prägen die Gegend um Sotschi in den Jahren vor den Olympischen Winterspielen 2014. Reges Treiben herrscht nahezu 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche auf allen Baustellen. Die Bauherren sehen sich im Zeitplan. Ab dem kommenden Jahr sollen erste Testwettkämpfe stattfinden. Auch deutsche Firmen profitieren vom Großprojekt Olympia. OWC machte sich Ende Mai selbst ein Bild von der Großbaustelle Sotschi.

BIC statt BRIC

WIEN. Russland droht aus dem Kreis der BRIC-Länder zu fallen. Zu diesem Schluss kommt der „Russia Competitiveness Report 2011“, den das World Economic Forum Anfang Juni in Wien vorstellte. Da Russland nicht in der Lage sei, die Produktivität seiner Wirtschaft maßgeblich zu steigern, falle es hinter die anderen Transformationsländer Brasilien, Indien und China zurück.

Großbrand in Munitionsdepot in Udmurtien

ISCHEWSK. Am Wochenende konnten alle Brandherde im Munitionslager nahe Pugatschjowo gelöscht werden, erklärte das Zivilschutzzentrum der Wolga-Region. In dem Depot in der Teilrepublik Udmurtien war am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen und hatte eine stundenlange Munitions-Explosionsserie ausgelöst. Dabei wurden 91 Menschen verletzt.