„Die Gesundheit steht an erster Stelle“

Erste Reaktion von internationalen Arbeitgebern zur Ankündigungs Putins Foto: imago images / ITAR-TASS (Anton Novoderezhkin)

„Ich erkläre die nächste Woche für arbeitsfrei.“ RusslandInsider fragt nach, wie internationale Arbeitgeber mit dieser Ankündigung Putins umgehen.

 Dirk Grossmann, General Manager Sales, Lufthansa Group Russia

„Die Gesundheit der Mitarbeiter der Lufthansa Group steht aktuell an erster Stelle und deshalb arbeiten wir bereits seit Anfang vergangener Woche im Home-Office-Modus. Das funktioniert grundsätzlich ganz ordentlich, und die Mitarbeiter sind aktuell gut mit Arbeit ausgelastet. Die Verordnung zur arbeitsfreien Woche werden wir den Regeln entsprechend umsetzen, Veränderungen der Gehaltszahlungen sind bis Ende des Monats nicht geplant.“

 

Michael Germershausen, Managing Partner Russia and CIS, Antal

„Ich glaube, die meisten Businessleute waren überrascht von dieser Entscheidung. Für die Wirtschaft bedeutet das eine Woche Einnahmeausfall und eine Woche zusätzliche Kosten. Es ist davon auszugehen, dass spätere Feiertage kürzer ausfallen. Bei uns werden jetzt auch die restlichen Mitarbeiter auf Home Office umgestellt, da nicht klar ist, ob man nächste Woche überhaupt noch ins Office kommt, beziehungsweise was in einer Woche passieren sollte. Das Gehalt muss jetzt am Freitag ausgezahlt werden. Man sollte aber jetzt technisch schon durchspielen, was passiert im Business und beim Cashflow, wenn ich ab Montag nicht mehr ins Büro komme. Und man sollte das offen kommunizieren. Ich werde mich per YouTube an meine Mitarbeiter wenden.“

 

Anton Greiler, Vice President Russia, China, CIS, Israel & APAC, Julius Meinl

„Wir warten noch auf präzise Verordnungen der Regierung. Nichtsdestotrotz haben wir bereits diese Woche alle geltenden staatlichen Anordnungen übernommen und werden das auch in der kommenden, arbeitsfreien Woche fortsetzen. Das heißt, dass unsere Mitarbeiter nach Möglichkeit von Zuhause aus arbeiten werden. Sofern es keine Verordnung der Regierung geben wird, wird das Top-Management weiterhin ins Büro kommen. Grundsätzlich waren wir als Gruppe nach den Erfahrungen in Europa gut auf das neue Szenario in Russland vorbereitet.“

 

Stefan Teuchert, Russland-Chef, BMW

„Ob in der kommenden Woche komplett auf Home Office umgestellt wird, prüfen wir gerade noch – auch in Abhängigkeit davon, ob unsere Händler geöffnet bleiben können. Aber wahrscheinlich werden die Mitarbeiter im Home Office arbeiten – und dies können auch die meisten.“

 

Irina Kotschergina, Marketing & Communication department, Schaeffler Russland

„Die Mitarbeiter im Moskauer Büro arbeiten seit vergangener Woche von zu Hause aus. Es wurde beschlossen, Menschen nicht zu gefährden und sogenannte Remote-Arbeit zu erlauben. Was den gestrigen Erlass des Präsidenten betrifft, so müssen wir als russisches Unternehmen die russischen Gesetze einhalten, sodass die Tage vom 30. März bis zum 3. April 2020 als arbeitsfreie Tage festgelegt werden bei gleichzeitiger Fortzahlung der Gehälter.“

 

 Oliver Hammer, Partner Russia & CIS, IGS

„Home Office, ja. Gehalt, ja. Und Arbeit auf freiwilliger Basis. Wir sind ein kleines Team und die Mitarbeiter arbeiten trotz allem zumindest circa 50 Prozent der Zeit. Und dann ist der Deal ok.“