IFR benennt wichtigste Robotiktrends 2020

FRANKFURT. Im Zeitraum 2020 bis 2022 werden voraussichtlich fast zwei Millionen neue Industrieroboter-Einheiten in Fabriken weltweit installiert, so die aktuelle Prognose der International Federation of Robotics (IFR). Die IFR-Experten sehen derzeit drei große Trends: Industrieroboter werden intelligenter, arbeiten mit dem Menschen zusammen und sind zentrale Komponenten der digitalen und vernetzten Produktion.

Derzeit sind Anwendungen, bei denen Roboter und Arbeiter nebeneinander arbeiten am häufigsten anzutreffen: Roboter an einer Montagelinie in der Elektronikindustrie. Foto © ABB

Mittlerweile lassen sich Roboter sehr viel einfacher programmieren und installieren. Eine Möglichkeit ist die sogenannte „Programmierung durch Demonstration“. Dabei ermöglichen digitale Sensoren in Verbindung mit intelligenter Software das direkte Lernen. Aufgaben, die ein Roboterarm später ausführen soll, werden zunächst von einem Menschen vorgemacht: Dabei führt der Mensch den Roboterarm durch die Bewegungen. Die dabei gewonnenen Daten werden dann von der Software in das digitale Programm des Roboterarms umgewandelt. Künftig werden Roboter durch maschinelle Lernwerkzeuge in die Lage versetzt, durch Ausprobieren oder durch Videodemonstrationen zu lernen und ihre Bewegungen selbst zu optimieren.

Durch die Fähigkeit mit Menschen zusammenzuarbeiten sind moderne Robotersysteme in der Lage, sich an eine sich schnell verändernde Umgebung anzupassen. Die Palette der kollaborativen Anwendungen wird ständig erweitert. Derzeit sind Anwendungen, bei denen Roboter und Arbeiter nebeneinander arbeiten und Aufgaben nacheinander erledigen, am häufigsten anzutreffen. Noch anspruchsvoller sind Anwendungen, bei denen Mensch und Roboter gleichzeitig am gleichen Teil arbeiten. Langfristig sollen Roboter dann auch in Echtzeit reagieren können.

Da Industrieroboter als zentrale Komponenten der digitalen und vernetzten Produktion (Industrie 4.0) eingesetzt werden, müssen sie unabhängig vom Hersteller miteinander kommunizieren können. Die sogenannte „OPC Robotics Companion Specification“, die von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des VDMA und der Open Platform Communications Foundation (OPC) entwickelt wurde, definiert eine standardisierte generische Schnittstelle für Industrieroboter und ermöglicht die Anbindung von Industrierobotern an das Industrial Internet of Things (IIoT). Mit der digitalen Konnektivität von Robotern ergeben sich auch neue Geschäftsmodelle. Robots-as-a-Service (Roboterleasing) könnte insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv sein: kein gebundenes Kapital, Fixkosten, automatische Upgrades und kein Bedarf an hochqualifizierten Roboter-Bedienern.

Fünf große Industrierobotermärkte repräsentieren 74 Prozent der weltweiten Installationen im Jahr 2018: China, Japan, Südkorea, die USA und Deutschland. China bleibt mit einem Anteil von 36 Prozent an den Gesamtinstallationen der weltweit größte Industrierobotermarkt. 2018 wurden etwa 154.000 Einheiten installiert. Das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als die Anzahl der in Europa und Amerika zusammen installierten Roboter. Der Wert der Installationen erreichte 5,4 Milliarden US-Dollar -das waren 21 Prozent mehr als im Jahr 2017, berichtet die IFR.