COVID-19: Blitzumfrage von EUCCC und AHK Greater China

PEKING / KANTON / SHANGHAI. Die Deutsche Handelskammer in China (AHK Greater China) und die Handelskammer der Europäischen Union in China (EUCCC) haben am 27. Februar 2020 die Ergebnisse einer gemeinsamen Umfrage zu den Auswirkungen von COVID-19 auf europäische Unternehmen in China veröffentlicht.

China kämpft gegen den SARS-CoV-2-Virus und gleichzeitig für eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität. Foto: iStock © narvikk

Dabei zeigte sich, dass alle Unternehmen stark betroffen sind, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß unter den Folgen der Einschränkungen und oft widersprüchlichen Vorschriften leiden. Vielen der Unternehmen, denen die Wiedereröffnung ihrer Betriebe mittlerweile gestattet wurde, fehlen das notwendige Material und die Mitarbeiter, um wieder voll produzieren zu können, die Abnehmer für Waren und Dienstleistungen oder auch die notwendigen Transportkapazitäten.

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

• Fast 90 Prozent der Befragten sind stark bis sehr stark betroffen.

• Die Hälfte der Befragten plant, ihre jährlichen Geschäftsziele zu senken.

• Fast die Hälfte der Befragten prognostiziert Umsatzrückgänge im zweistelligen Bereich für die erste Jahreshälfte 2020, ein Viertel erwartet einen Rückgang von über 20 Prozent.

• Neue, nicht vorhersehbare Vorschriften, äußerst restriktive Quarantäneanforderungen und umfangreiche Vorbedingungen für die Wiederaufnahme des Betriebs – das sind die größten Herausforderungen, denen sich die Unternehmen stellen müssen.

• Die Hälfte der Befragten sieht sich mit widersprüchlichen Regeln konfrontiert, die in den verschiedenen Gerichtsbezirken und auf verschiedenen Regierungsebenen angewandt werden und die sich häufig – und oft kurzfristig – ändern können. Beispielsweise können Lieferungen auf dem Weg durch Provinzen, Städte und sogar Kreise mehrfach einschränkenden Maßnahmen unterliegen.

• Mehr als 300 europäische Unternehmen unterstützen aktiv die Bemühungen zur Eindämmung der durch den Virus SARS-CoV-2 verursachten COVID-19-Erkrankungen, und etwa 70 Prozent haben medizinische Geräte an Krisenregionen gespendet, finanziell zum Kampf gegen den Virus beigetragen und logistisch unterstützt.

China vollführt einen schwierigen Balanceakt zwischen zwei wichtigen, aber widersprüchlichen Aufgaben: einerseits sind Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Virus strikt durchzusetzen und andererseits wird für die Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität gekämpft“, sagt Dr. Stephan Woellenstein, Präsident der AHK Nordchina. „Das bedeutet, dass die chinesische Regierung Mittel zur Unterstützung der am stärksten Betroffenen – insbesondere der KMU – freigeben muss, bis sich der Geschäftsbetrieb normalisiert hat.“

Jörg Wuttke, Präsident der Handelskammer der Europäischen Union in China, beschreibt die Lage so: „Der regionale Flickenteppich aus widersprüchlichen Vorschriften, der aus dem Kampf gegen COVID-19 resultiert, ist die Ursache dafür, dass es derzeit nahezu unmöglich ist, Waren oder Personen innerhalb Chinas zu befördern.“ Während die wichtigste Aufgabe darin bestehe, die regionale Weiterverbreitung des Virus aufzuhalten, sollte mit Priorität auch daran gearbeitet werden, Schutzmaßnahmen in größeren Rechtsgebieten zu vereinheitlichen, damit die Wirtschaft wieder funktionieren könne.

An der von der AHK Greater China und der EUCCC unter ihren Mitgliedern im Zeitraum   18. bis 21. Februar 2020 durchgeführten Umfrage beteiligten sich 577 Unternehmen. Die Umfrageergebnisse stehen auf den Webseiten der AHK Greater China und der European Union Chamber of Commerce in China zum Download bereit.