Phase-1-Deal: Handelsumlenkung im Energiesektor?

KÖLN. Das Mitte Januar dieses Jahres zwischen den USA und China unterzeichnete Teilabkommen hat erhebliche Folgen für den internationalen Energiehandel, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): Bisher waren Russland, Saudi-Arabien und Angola die wichtigsten Energielieferanten Chinas. 2021 dürften nach dem neuen Abkommen die USA an der Spitze stehen.

Nach einem 18 Monate lang andauernden Handelsstreit haben der amerikanische Präsident Donald Trump (Foto) und der chinesische Vizepremier Liu He am 15. Januar 2020 ein zuvor hart umkämpftes Teilhandelsabkommen
unterzeichnet. Foto: imago images / ZUMA Press

Zwar hat der Phase-1-Deal zu einer leichten Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China geführt, heißt es im IW-Kurzbericht 5/2020. Die amerikanische Regierung wird nicht wie geplant weitere Strafzölle erheben und einige wenige Sanktionen gegen China lockern. Im Gegenzug soll Peking unter anderem die Ausgaben für ausgewählte US-Güter um rund 200 Milliarden US-Dollar (im Vergleich zum Basisjahr 2017) binnen zwei Jahre erhöhen.

Doch das Abkommen könnte teilweise auf Kosten anderer Staaten gehen. Vor allem bei den vereinbarten Energieimporten Chinas (52,4 Milliarden US-Dollar sollen dafür ausgegeben werden) würden die USA auf der Lieferantenliste Chinas vom elften Platz im Jahr 2017 auf den ersten Platz im Jahr 2021 vorrücken. Wenn Chinas Energieimporte insgesamt nicht massiv zulegen, würden andere wichtige Energieexporteure darunter stark leiden.