Iran setzt im Ölhandel verstärkt auf heimische Warenbörsen

Herkömmliche Handelswege sind versperrt, unkonventionelle Wege sollen Auswege schaffen.

Der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh (links, vorne) spricht mit der Presse bei einem Treffen der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) in Wien. Foto: imago images / Xinhua

TEHERAN. Ein Vertreter der Nationalen Iranischen Ölgesellschaft (NIOC) hat Mitte Dezember 2019 angekündigt, seine Gesellschaft wolle künftig monatlich sechs Millionen Barrel Erdöl an der Iranischen Energiebörse IRENEX absetzen. Käufer sollen mit Preisnachlässen gelockt werden. Ein Barrel soll – je nach Ölart – sieben bis 8,5 US-Dollar preiswerter sein als das entsprechende Produkt an der Börse in Dubai. Zudem werden den Käufern weitere Erleichterungen gewährt. So wird die Zahlungsfrist von 50 auf 60 Tage erhöht.

Die NIOC gab an, in den Wochen zuvor bereits 1,1 Millionen Barrel über die IRENEX abgesetzt zu haben. Ob sich das ambitionierte Ziel von sechs Millionen Barrel verwirklichen lässt, ist zunächst fraglich, wie jüngste Zahlen aus dem Januar deutlich machen. Gleichwohl bietet die IRENEX ein Schlupfloch für den Ölabsatz, das die iranische Seite vergrößern will.

Die Iran Mercantile Exchange (IME) ist ein weiterer Handelsplatz, auf dem monatlich Waren im Wert von durchschnittlich knapp einer Milliarde US-Dollar abgesetzt werden (nach dem Markt-Umrechnungskurs von rund 135.000 Rial für einen US-Dollar). Die wöchentlichen Umsätze schwanken stark und weisen keine deutliche Tendenz auf. Die Verkäufe speisen sich etwa zur Hälfte aus dem Absatz von Öl- und Ölprodukten. Daneben wird vor allem Stahl gehandelt, aber es befinden sich auch zahlreiche weitere Waren im Portfolio.