Der Iran vor den Parlamentswahlen

Nur wenige reformorientierte Kandidaten wurden zur Parlamentswahl zugelassen. Dies könnte zu einer niedrigen Wahlbeteiligung beitragen.

Eine iranische Familie füllt ihre Stimmzettel in einem Wahllokal in Teheran aus. Foto: imago images / UPI Photo

TEHERAN. Am 21. Februar werden im Iran die 290 Sitze im Parlament durch Wahlen für vier Jahre neu bestimmt. In Anbetracht der schwierigen Lage des Landes hatten viele Beobachter erwartet, die Führung wolle eine hohe Wahlbeteiligung gewährleisten, um ihre Legitimität zu stützen.

Der zwölfköpfige Wächterrat, der auswählt, welche Kandidaten sich zur Wahl stellen dürfen, hat jedoch deutlich weniger reformorientierte Politiker zugelassen als 2016. Damals kamen alle der 30 Abgeordneten Teherans auf der Liste der Reformer in die Volksvertretung. Viele Reformorientierte scheinen nunmehr entschlossen, die Wahl zu boykottieren.

Präsident Hassan Rohani hatte am 15. Januar ebenso wie Parlamentspräsident Ali Laridschani den Wächterrat scharf kritisiert. Der Wächterrat warf den beiden Politikern hingegen vor, schlecht informiert zu sein.