Wohnungsbau in Moskau erreicht neuen Rekord

Die russische Hauptstadt wächst rasant. Renovierungsprogramm von 2017 schafft Basis für Rekordneubau.

Wohnviertel in Moskau. Foto: imago images / ITAR-TASS

In Moskau ist im vergangenen Jahr so viel Wohnraum entstanden wie seit dem Zerfall der Sowjetunion nicht mehr. Nach Angaben der Moskauer Stadtverwaltung wurden 2019 4,96 Millionen Quadratmeter gebaut, das entspricht einer Steigerung um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bisherige Rekord aus jüngerer Zeit stammt aus dem Jahr 2007, als in Moskau 4,82 Millionen Quadratmeter neue Wohnfläche geschaffen wurden. Zum Vergleich: Im Jahr 1965 wurden unter dem neuen KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew fünf Millionen Quadratmeter Wohnraum errichtet.

Basis des Aufschwungs ist das im August 2017 verabschiedete Renovierungsprogramm des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin. Es sieht vor, bis 2023 über 5.000 Wohngebäude zu sanieren oder neu zu bauen. Die Sanierung betrifft vor allem die Plattenbauten der späten 1950er- und 1960er-Jahre.

Der Wohnungsbau-Experte Andrej Kolotschiski mahnte, die veröffentlichten Zahlen differenziert zu betrachten. Die aktuellen Zahlen umfassten das Gebiet „Groß-Moskau“, das 2012 durch eine Gebietserweiterung nach Westen entstand und das Einzugsgebiet um das 2,4-Fache der ursprünglichen Fläche vergrößerte.