Putin ersetzt Generalstaatsanwalt Tschaika

Russischer Generalstaatsanwalt Juri Tschaika steht vor seiner Entlassung.

Der russische Generalstaatsanwalt Juri Tschaika bei einer Zeremonie im Moskauer Kreml. Foto: imago images / ITAR-TASS

Putin plant einen Wechsel an der Spitze der russischen Generalstaatsanwaltschaft. Wie der Pressedienst des russischen Präsidenten am 20. Januar mitteilte, will Präsident Putin den bisherigen Generalstaatsanwalt Juri Tschaika entlassen. Sein Nachfolger soll Igor Krasnow werden. Tschaika ist seit 2006 Generalstaatsanwalt.

Im Jahr 2018 wurden 71 Prozent der 16.000 aufgedeckten Korruptionsfälle durch gerichtliche oder außergerichtliche Maßnahmen in Höhe von 46,5 Milliarden Rubel beendet. Das ist aber nicht zwangsläufig der Führung um Tschaika zuzuschreiben, sondern erfolgte auf Druck des russischen Präsidenten und steht im Zusammenhang mit der Einführung eines Nationalen Aktionsplanes im Jahr 2016. Tschaikas Umfeld wird bereits seit längerem mit zwielichtigen Geschäften in Verbindung gebracht, weshalb die geplante Entlassung als weiteres Signal Putins zur verstärkten Korruptionsbekämpfung verstanden werden kann.

Tschaikas designierter Nachfolger, der 44-jährige Krasnow, arbeitet seit 1997 bei der Staatsanwaltschaft. Dort war er zuletzt stellvertretenden Vorsitzenden des Ermittlungskomitees und maßgeblich verantwortlich für die Untersuchung schwerer Straftaten wie beispielsweise den Anschlag auf Anatoli Tschubais, die Morde an Boris Nemtsow, dem Anwalt Stanislav Markelow und der Journalistin Anastasia Baburowa.