Negativtrend auf russischem Fashionmarkt

Die Verkäufe von Kleidung und Schuhen in Russland sind zum ersten Mal seit 2015 zurückgegangen.

Modenschau für eine neue Kinderkollektion von Igor Guljaev im Kaufhaus GUM, Moskau. Foto: imago images / ITAR-TASS

Sinkende Einkommen und eine höhere Mehrwertsteuer haben 2019 in Verbindung mit dem ungewöhnlich warmen Herbst und Frühwinter zum Rückgang des russischen Modemarktes erstmals seit mehreren Jahren geführt. Die Moskauer Fashion Consulting Group (FCG) schätzt, dass der Umsatz von Kleidung, Schuhen und Accessoires um drei bis vier Prozent auf umgerechnet knapp 33 Milliarden Euro zurückgegangen ist.

Für 2020 wird keine wesentliche Verbesserung der Situation erwartet. „Das Geld, das die Menschen für Kleidung und Schuhe ausgeben können, geht zurück“, sagt die FCG-Geschäftsführerin Anna Lebsak-Kleimans. Zudem seien die russischen Verbraucher in den letzten Jahren zunehmend zu einem nachhaltigen Konsum, einschließlich der langfristigen Nutzung von Waren, übergegangen.

Laut Experten steht der Modemarkt im laufenden  Jahr vor einer weiteren Änderung der Vertriebskanäle, insbesondere durch ein wachsenden Online-Handel. Wie Lebsak-Kleimans sagte, dominiert der Offline-Handel noch immer mit etwa 90 Prozent der Verkäufe von Kleidung und Schuhen. Jedoch erhöht sich die Zahl der Online-Shops deutlich: allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 stieg sie um 26 Prozent.