Familienunternehmen schauen nach Russland

Gut ausgebildete Arbeitskräfte machen Russland interessant für Investoren, laut einer Studie besonders für Familienunternehmen.

Das Gelände der ehemaligen Badaevski-Brauerei. Die Gesellschaft der Kapitalgruppe hat ein Sanierungsprojekt für das Gelände der Brauerei entworfen. Das Konzept umfasst einen Wolkenkratzer auf Stelzen, einen Park und renovierte historische Gebäude der Fabrik. Foto: imago images / ITAR-TASS

Russland ist unter den sieben größten Schwellenländern das attraktivste Investitionsland für deutsche Familienunternehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Leipzig (ZEW), die im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen entstand. Darin werden insbesondere die hohe Verfügbarkeit gut ausgebildeter Arbeitskräfte sowie gute Finanzierungsbedingungen hervorgehoben. Diese bringen Russland auf den 1. Platz vor der Türkei (besserer Gläubigerschutz) und China (schärferes Vorgehen gegen Korruption).

Laut Studie hat sich das institutionelle Umfeld stark verbessert, zugleich wird eine unzureichende Lage von Demokratie und Freiheitsrechten in Russland, China und der Türkei beklagt. Stiftungsvorstand Rainer Kirchdörfer weist darauf hin, dass viele Schwellenländer in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen haben, um wettbewerbsfähiger zu werden. „Es liegt in ihrem Interesse, Fortschritte bei den Wirtschaftsbedingungen jetzt auch in Einklang mit Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit zu bringen. Das schafft die beste Grundlage für stabile Geschäftsbeziehungen.“

Auf den weiteren Plätzen der untersuchten Länder folgen Südafrika, Mexiko und Indien. Schlusslicht ist Brasilien, welches vor allem durch eine unzureichende Infrastruktur und ein restriktives Regulierungsumfeld als äußerst unattraktiv eingestuft wird.