Arzneimittelkennzeichnung greift ab Juni 2020

Wegen unzureichender technischer Vorbereitungen wird die Einführung einer verpflichtenden Markierung bei Arzneimitteln verschoben.

Apothekenroboter von Consis, der das erforderliche Medikament innerhalb von 7 Sekunden ausgeben kann, wobei vier Apotheker gleichzeitig bedient werden. Foto: imago images / ITAR-TASS

Ab dem 1. Juli werden die Herstellung und der Import von nicht-markierten Arzneimitteln verboten. Mit dem  Ende 2019 beschlossenen föderalen Gesetz wird die Kennzeichnungspflicht für alle Arzneimittel vom 1. Januar 2020 um sechs Monate verschoben. Zugleich wird ein neues Monitoring-System für markierte Arzneimittel eingeführt. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Informationen über ihre Arzneimittel in dieses zentrale Monitoring-System aufgenommen werden.

Grund für die Verschiebung ist der mangelnde Vorbereitungsstand vieler Marktteilnehmer. Vertreter der Pharmaunternehmen haben mehrfach einen unverhältnismäßigen (finanziellen) Mehraufwand bei der Umsetzung der Regelungen kritisiert. Duma-Abgeordnete schlossen sich dem an und verlangten von der  Regierung eine Wirksamkeitsprüfung der neuen Markierungsregelungen. Nach Ansicht der Politiker könnte es nicht nur zu höheren Preisen kommen, sondern auch das Aus für zahlreiche Unternehmen bedeuten, die nicht über genügend finanzielle Mittel für die Implementierung verfügen.

Laut Neuregelung haben Hersteller nun Anspruch darauf, vom Betreiber des Kennzeichnungssystems kostenlose Kennzeichnungscodes zu erhalten. Für Teilnehmer am Überwachungssystem für den Arzneimittelverkehr kann dies schon in der ersten Jahreshälfte 2020 eine erhebliche Einsparung bedeuten.