Iran plant wieder stärkere Erdölexporte

Trotz stark divergierender Zahlen ist der Ölexport vermutlich höher, als es oft den Anschein hat.

Die 24. Internationale Ausstellung für Öl, Gas, Raffination und Petrochemie in Teheran, Iran, am 1. Mai 2019. Foto: imago images / Xinhua, Ahmad Halabisaz

TEHERAN. Der Iran hat vor der Verhängung der Sanktionen rund 2,5 Millionen Fass pro Tag ausgeführt. Dies hat 2018 Einnahmen in Höhe von 60 Milliarden US-Dollar erbracht. Der Export ist 2019 zwar erheblich zurückgegangen. Doch haben die USA ihr Ziel, ihn gänzlich zum Erliegen zu bringen, nicht erreicht. Jüngste Angaben über den Exportumfang reichen von 213.000 Fass täglich (Kpler) bis zu 700.000 Fass (Tankertrackers.com).

Die Unterschiede erklären sich teils dadurch, dass die einen nur den Rohölexport berücksichtigen, während andere auch die stark steigende Ausfuhr von Ölprodukten mitzählen. Zum anderen lässt sich die iranische Seite immer neue Möglichkeiten einfallen, um Öl verkaufen zu können. Das Umpumpen von Ladungen auf hoher See auf Schiffe anderer Nationalität ist hierbei nur eine der Varianten.

Der Iran plant im neuen Haushaltsjahr, das am 20. März 2020 beginnt, täglich eine Million Fass auszuführen. Hierauf basiert auch die Etatplanung. Verantwortliche betonen, dieses Ziel könne erreicht werden. Das ist zweifelhaft. Im Haushaltsjahr 2018/19 ging die Planung von 1,5 Millionen Fass aus. Dieser Wert ist deutlich verfehlt worden. Andererseits werden im neuen Etat lediglich Einnahmen von 50 US-Dollar je Fass angenommen, der Preis liegt derzeit jedoch gut 20 Prozent höher.

Obwohl die eine Million Fass Exportvolumen vermutlich nicht umsetzbar sind, dürften die Öl-Einnahmen dem prognostizierten Betrag jedoch nahekommen, da der Preis je Fass mehr als 50 US-Dollar betragen wird.