Handelsstreit USA-China: erster Schritt zur Deeskalation

BERLIN. Ursprünglich wollten die USA am 15. Dezember 2019 weitere Strafzölle von 15 Prozent auf chinesische Konsumgüter wie Smartphones, Spielekonsolen und Spielwaren erheben. Im Gegenzug hatte auch Peking neue Strafzölle angedroht. Mit der Einigung auf einen Phase-1-Deal am Freitag haben beide Seiten nun einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan.

Der erste Schritt zur Beilegung des Handelsstreits ist getan. Foto: iStock © cbarnesphotography

Die Strafzölle wurden ausgesetzt und damit einer erneuten Drehung der Zollspirale Einhalt geboten. Das Teilhandelsabkommen soll in den kommenden Wochen unterzeichnet werden, ein genauer Termin wurde jedoch noch nicht genannt. Der Handelsstreit zwischen beiden Ländern dauert seit mehr als einem Jahr an und hat mittlerweile dazu geführt, dass beide Wirtschaften langsamer wachsen und die Weltkonjunktur gebremst wird.

Mitte November hatte die Deutsche Handelskammer in China die Ergebnisse ihrer jährlichen Geschäftsklima-Umfrage veröffentlicht. Die Erwartungen der deutschen Unternehmen in China haben sich für das laufende Jahr stark eingetrübt. Gründe dafür sind auch die Auswirkungen des Handelskonflikts. 83 Prozent der Umfrageteilnehmer sind direkt oder indirekt vom Handelsstreit betroffen.

Geschäftsklima-Umfrage 2019 der AHK China: 83 Prozent der deutschen Unternehmen sind direkt oder indirekt vom Handelsstreit betroffen; 60 Prozent der Betroffenen planen Gegenmaßnahmen. Grafik/Quelle: owc / AHK China (Zahlen)

 

Ähnlich äußerten sich die Mitglieder des US-China Business Council. In der im August 2019 durchgeführten Umfrage gaben 81 Prozent an, dass ihr China-Geschäft vom Handelskonflikt betroffen ist. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Fast die Hälfte der Betroffenen klagt über entgangene Umsätze sowie den Verlust von Marktanteilen an andere ausländische Wettbewerber. Die von den USA und China erhobenen Strafzölle wurden als Hauptgrund für entgangene Umsätze genannt. Die von den USA und China erhobenen Strafzölle wurden als Hauptgrund für entgangene Umsätze genannt – sie haben zum Verlust der Preiswettbewerbsfähigkeit geführt, zu Veränderungen in der Lieferkette und letztlich auch zu Unsicherheiten bezüglich der künftigen Lieferfähigkeit. 37 Prozent der Umfrageteilnehmer – und damit siebenmal mehr als 2018 – führen ihre entgangenen Umsätze in China auch darauf zurück, dass chinesische Partner nunmehr Bedenken haben, mit amerikanischen Unternehmen Geschäfte zu machen. Zudem gab ein Drittel der Umfrageteilnehmer an, dass sie aufgrund der bilateralen Handelsstreitigkeiten von chinesischen Regulierungsbehörden verstärkt überprüft wurden.

rei