Russischer Luftverkehrsmarkt: Erleichterungen für Billigflieger

Das Verkehrsministerium hat eine Liste von 30 europäischen Destinationen veröffentlicht, die ausländische Fluggesellschaften von St. Petersburg aus im Open-Skies-Modus anfliegen können.

Im September 2019 hatten drei der fünf größten europäischen Billigfluggesellschaften beim Flughafen Pulkowo einen Antrag auf Flüge von St. Petersburg nach Europa gestellt. Foto: iStock © Mateusz Atroszko

Die nördlichste Millionenstadt der Welt öffnet sich für Billigflieger. Ab St. Petersburg können künftig Fluggesellschaften viele Ziele in der EU ohne Einschränkungen anfliegen. Außerdem sind auch Flüge in zahlreiche deutsche Städte mit Ausnahme von Berlin, Düsseldorf, München und Hamburg möglich. Die Betreiber des Flughafens Pulkowo erwarten, dass damit das Passagieraufkommen bis 2025 von aktuell 18 auf 24 Millionen im Jahr steigen wird.

Grundlage ist der sogenannte Vertrag über den Offenen Himmel (Open Skies), der es internationalen Airlines ermöglicht, Flüge ohne Start oder Landung in ihrem Registrierungsland durchzuführen. Die Liste umfasst insgesamt 30 europäische Länder.

Im Auftrag des stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Maxim Akimow wurde die Liste vom Verkehrsministerium erstellt und im Vorfeld mit dem Föderalen Antimonopoldienst und Rostourismus, der Regierung von St. Petersburg sowie mit der Flughafenverwaltung und den russischen Fluggesellschaften diskutiert. Letztere lehnten die Einführung ab und wiesen auf die Gefahr eines ungleichen Wettbewerbs hin.

Zur Erinnerung: Im September 2019 hatten drei der fünf größten europäischen Billigfluggesellschaften – Ryanair, EasyJet und Wizzair – beim Flughafen Pulkowo einen Antrag auf Flüge von St. Petersburg nach Europa gestellt. Zurzeit ist mit Wizzair nur ein einziger Billigflieger auf dem russischen Markt aktiv. Die Airline fliegt vom Moskauer Flughafen Wnukowo aus nach Budapest. EasyJet flog ursprünglich regelmäßig von Moskau nach London, zog sich allerding infolge eines niedrigen Passagieraufkommens 2016 vom russischen Markt zurück.