Russischer Zoll reagiert auf wachsende Warenströme

Der enorme Anstieg der Internetbestellungen in den letzten Jahren stellt für russische Zollbehörden eine Herausforderung dar.

Ein Mitarbeiter des Moskauer Frachtterminals am Internationalen Flughafen Scheremetjewo. Foto: imago images | ITAR-TASS

In den letzten sieben Jahren ist die Anzahl der online versandten Artikel um das 33-Fache gestiegen. „Rund eine Million Pakete werden täglich verarbeitet“, sagte Ruslan Dawydow, erster stellvertretender Leiter des Föderalen Zolldienstes Russlands, auf einem Einzelhandelsforum in Moskau. Bis Ende Oktober 2019 wurden nach seinen Worten bereits 275 Millionen Pakete bearbeitet, im gesamten Jahr 2011 waren es lediglich elf Millionen.

Zwar könne der russische Zoll bis zu 40 Prozent der Bestellungen mittlerweile automatisiert verarbeiten. Dennoch arbeite die Behörde mit Hochdruck an der Digitalisierung der Abfertigungsprozesse, um die wachsenden Warenströme zu bewältigen. „Aktuell wird das Konzept eines sogenannten Wirtschaftsbeteiligten für den elektronischen Geschäftsverkehr erarbeitet“, sagt Dawydow. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen, das von der Regierung autorisiert ist, im Namen der Käufer zu handeln und mit dem russischen Zoll in allen Angelegenheiten zu interagieren, einschließlich der Zahlung von Zollgebühren.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Anhebung des zollfreien Maximalwerts für Onlinebestellungen im Ausland auf 200 Euro und 30 Kilogramm zum 1. Januar 2020. „Es ist wichtig, die Zollfragen für den Käufer fair und bequem zu regeln, und gleichzeitig die Sicherheit der importierten Waren zu gewährleisten“, betonte Dawydow.