Putin: „Wir schätzen den Pragmatismus der deutschen Wirtschaft“

Bei dem Treffen mit deutschen Spitzenmanagern in Sotschi lud der russische Präsident Putin deutsche Unternehmen ein, sich stärker in seinem Land zu engagieren.

Bei dem Treffen mit deutschen Spitzenmanagern in Sotschi lud der russische Präsident Putin deutsche Unternehmen ein, sich stärker in seinem Land zu engagieren. Foto © kremlin.ru

Deutschland ist nach den Worten von Präsident Wladimir Putin nach wie vor ein wichtiger Handelspartner Moskaus. „Unter den Außenhandelspartnern Russlands belegt Deutschland den zweiten Platz hinter China. Vor gar nicht langer Zeit belegte Deutschland den ersten Platz. Ich hoffe, dass wir dorthin wieder zurückkehren“, sagte er bei einem Treffen mit deutschen Spitzenunternehmern in Sotschi. Dabei lobte er zugleich den Pragmatismus der deutschen Unternehmen in politisch schwierigen Zeiten.

Ausdrücklich versicherte Putin den deutschen Top-Managern, dass Russland auch weiterhin ein verlässlicher Wirtschaftspartner bleiben werde. Russland werde niemals wirtschaftliche Druckmittel zur Lösung politischer Probleme einsetzen, unterstrich der Präsident. Er wies darauf hin, dass das bilaterale Handelsvolumen im vergangenen Jahr 60 Milliarden US-Dollar betrug und nun wieder steige. Russland sei auch weiterhin daran interessiert, dass sich ausländische Geschäftsleute, einschließlich der deutschen, auf dem russischen Markt wohl fühlen. Dafür habe die Regierung eine Reihe von Initiativen gestartet wie beispielsweise die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen oder die Einführung von Sonderinvestitionsverträgen.

Weitere Themen des dreistündigen Treffens waren unter anderem das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 und die Beilegung des Ukraine-Konflikts. Putin betonte, dass Nord Stream 2 einen zusätzlichen Beitrag zur Deckung des Energiebedarfs in Deutschland im Besonderen und zur Energiesicherheit des europäischen Kontinents im Allgemeinen leisten werde. Hinsichtlich der Ostukraine warb die stellvertretende Vorsitzende des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft, Cathrina Claas-Mühlhäuser, für die Idee eines europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes unter Beteiligung der Wirtschaftsverbände. „Die Milliarden, die wegen der Sanktionen verloren gehen, können in den Wiederaufbau der Wirtschaft und die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Kontinents investiert werden“, sagte sie.

Unter den rund 20 Teilnehmern des dreistündigen Gesprächs waren Siemens-Chef Joe Kaeser, Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann, Metro-Chef Olaf Koch und Wintershall-Vorstandschef Mario Mehren. Das Treffen war vom Ost-Ausschuss –Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft organisiert worden.

Eine Aufzeichnung des Treffens (in Russisch) können Sie sich hier anschauen.