Logistik: Russland plant One-Window-Prinzip

Das Wirtschaftsministerium fordert die Einführung einer Zentralstelle für Im- und Exporteure sowie Transitdienstleister.

Der Moskauer Frachtterminal ist das größte Frachtterminal Russlands mit einer Kapazität von 380 Tonnen pro Jahr. Foto © imago images-ITAR-TASS

Logistikdienstleister sollen künftig Dokumente für den Im- und Export von Waren sowie deren Transit durch Russland zentral über eine Plattform einreichen können. Einen konkreten Plan für die Einführung dieser neuen Plattform will das Wirtschaftsministerium bis Februar 2020 vorlegen. Bei Zustimmung der beteiligten Instanzen könnte das neue System bereits im November 2020 eingeführt werden.

Momentan gibt es in Russland noch kein einheitliches System für die Verarbeitung dieser Daten. Unternehmen müssen sich mit jeder Kontrollstelle einzeln in Verbindung setzen und jeweils eine separate Dokumentation zusammenstellen. Die Rede ist von bis zu 70 verschiedenen Formularen, die der Exporteur ausfüllen muss.

Mit dem sogenannten One-Window-Prinzip soll die Bürokratiebelastung für Transportunternehmen deutlich gesenkt werden: Daten und Dokumente werden nur ein Mal an eine zentrale Kontrollinstanz übermitteln und können in Folge von allen Dienststellen verwendet werden. Mithilfe des neuen Systems können Steuer- und Zollsätze sowie Lizensierungs- und Zertifizierungsanforderungen schnell geprüft werden, womit für die Transportunternehmen Wartezeiten an der Grenze sowie die Kosten pro Ladung um bis zu 50 Prozent reduziert werden können.

Laut Wirtschaftsministerium soll das One-Window-Prinzip insbesondere kleineren Unternehmen zugutekommen, die nicht immer über einen Überblick über die neuesten Anforderungen und Regeln der Zollbehörden verfügen. Ob die neue Plattform von einem privaten Anbieter organisiert wird oder unter eine staatliche Verwaltung kommt, wird bis zur Einführung des Systems entschieden.