EAWU und Iran bauen Wirtschaftsbeziehungen aus

EAWU will Handel mit Teheran in den kommenden drei Jahren weiter intensivieren.

Der russische Präsident Wladimir Putin und der iranische Präsident Hassan Rouhani vor Beginn der bilateralen Gespräche am Rande der Konferenz des Obersten Eurasischen Wirtschaftsrates am 1. Oktober 2019 in Eriwan, Armenien. Foto: imago images / ZUMA Press – Alexei Druzhinin

Nachdem ein Freihandelsabkommen zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) und dem Iran zum 27. Oktober in Kraft getreten ist, wollen beide Vertragspartner an der Umsetzung intensiv zusammenarbeiten. Ein erster Schritt ist die Vereinbarung über einen Dialog zur Verbesserung der Kooperation zwischen den Zollbehörden. Die Partnerschaft soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden, wie der iranische Energieminister Reza Ardakanian am 24. November in iranischen Medien betonte. Er fügte hinzu, dass Teheran erwarte, dass der Vertrag nach einer dreijährigen Probezeit in ein unbefristetes Freihandelsabkommen umgewandelt wird.

Der Iran sieht Russland und die EAWU als einen strategischen Wirtschaftspartner an. „Das Abkommen wird, wenn es vollständig umgesetzt wird, eine Grundlage für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen und die Steigerung des Handelsumsatzes zwischen dem Iran und den EAWU-Ländern schaffen“, sagte Ardakanian.

In der Tat ist der bilaterale Handel zwischen Iran und Russland im Zeitraum von Januar bis August 2019 um 25,8 Prozent gewachsen und gewinnt weiter an Dynamik. Dazu trägt zum einen das neue Freihandelsabkommen bei. Zum anderen einigten sich der Iran und Russland am 21. November auf weitere gemeinsame Vorhaben. Hierzu zählen nicht nur verschiedene Eisenbahnprojekte. Zugleich werden im südiranischen Buschehr die Bauarbeiten für  den zweiten von der russischen Rosatom gebauten Reaktor fortgesetzt. Dieser soll 2024 ans Netz gehen. Ein dritter Reaktor soll 2026 folgen. Das erste Atomkraftwerk des Iran war 2010 mit russischer Hilfe fertiggestellt worden.