IWF: Handelskonflikt schmälert Wirtschaftsleistung spürbar

PEKING. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor den Folgen des Handelskonflikts zwischen China und den USA für die Weltwirtschaft. Die globale Wirtschaftsleistung könnte dadurch 2020 um 0,8 Prozent geschmälert werden, bekräftigte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am 21. November nach einer Gesprächsrunde mit Chinas Premierminister Li Keqiang und internationalen Organisationen in Peking.

Im Gespräch: Chinas Premierminister Li Keqiang und IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am 21. November während der vierten Auflage des 1+6 Round Table Dialogues in Peking. Foto: imago images / UPI Photo / Stephen Shaver

Erst Mitte Oktober hatte der IWF seine Wachstumsvorhersage für das Jahr 2019 – das vierte Mal in Folge – auf nunmehr 3,0 Prozent gesenkt. Laut IWF handelt es sich dabei um das langsamste Wachstum der Weltwirtschaft seit der globalen Finanzkrise. Für das kommende Jahr schraubte der IWF seine Prognose ebenfalls herunter – auf jetzt 3,4 Prozent. 2018 war die Weltwirtschaft noch um 3,6 Prozent gewachsen.

Den größten Einfluss auf die Wirtschaftsflaute habe der Handelskrieg zwischen den USA und China und die damit verbundenen Unsicherheiten, betonte Georgiewa. Obwohl sich beide Länder in jüngster Zeit angenähert haben, konnten sie sich bislang nicht darauf verständigen, in welchem Ausmaß Zölle wieder zurückgenommen werden sollen. US-Präsident Donald Trump drohte kürzlich mit neuen Zöllen, sollten sich beide Länder nicht einigen können und einen Handelsdeal schließen.

Die USA bemängeln den mutmaßlichen Technologiediebstahl sowie den beschränkten Zutritt zum chinesischen Markt für ausländische Firmen. „China wird an seiner Öffnungsstrategie festhalten und sich auch weiter öffnen“, sagte Chinas Premierminister. Um die Realwirtschaft zu unterstützen, wolle das Land seine Gesamtwirtschaft stabil halten und Zinssätze senken.

Der IWF erwartet, dass das Wachstum in China – der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt – in diesem Jahr bei 6,1 Prozent liegt, im kommenden Jahr aber unter die Sechs-Prozent-Marke fällt. Bereits im dritten Quartal dieses Jahres war es auf sechs Prozent gesunken. Die Volksrepublik leidet nach Angaben des IWF unter steigenden Schulden und den Folgen des Handelskriegs.

(Quelle: dpa)