Kasachstan kämpft um Gunst deutscher Investoren

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew wird am 5. und 6. Dezember zu einem offiziellen Staatsbesuch in Deutschland erwartet. Wichtiges Ziel des Deutschlandbesuchs ist die Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.

Wichtiges Ziel des Deutschlandbesuchs ist die Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Foto © kremlin.ru

Mit dem Besuch solle die Rolle Kasachstans als der führende Handelspartner in Zentralasien und Investitionsziel deutscher Unternehmen gewürdigt werden. Um diese Wirtschaftsbeziehungen weiter zu intensivieren, nimmt Tokajew im Rahmen seines Besuchs an einer Sitzung des Berliner Eurasischen Klubs teil, das von der Botschaft Kasachstans gemeinsam mit dem Ost-Ausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft organisiert wird. Thema der Veranstaltung ist „Deutschland und Kasachstan – neue Etappe der wirtschaftlichen Zusammenarbeit“.

Flagge in der Region zeigen

Die Veranstaltung ist auch deshalb wichtig, weil Kasachstans kleiner Nachbar Usbekistan in den letzten Jahren wirtschaftliche stark aufgeholt hat und zunehmend um deutsche und europäische Investitionen wirbt. Die aufstrebende Rolle Usbekistans wurde unter anderem durch den Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Mai dieses Jahres untermauert. Der Bundespräsident war unter anderem in das Land gereist, um den Reformkurs von Präsident Mirsijojew zu unterstützen – auch mit finanzieller Hilfe aus Deutschland. Parallel zum Besuch des Bundespräsidenten sagte das Entwicklungsministerium für die nächsten zwei Jahre Mittel von über 120 Millionen Euro zu. Zudem begleitete eine Wirtschaftsdelegation den Bundespräsidenten.

Kasachstan noch die Nummer eins

Noch ist Kasachstan der zentrale Partner Deutschlands in der Region,. In den letzten 14 Jahren haben deutsche Unternehmen gut sieben Milliarden Euro in die kasachische Wirtschaft investiert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erreichte der Handelsumsatz 2018 ein historisches Maximum von 5,1 Milliarden Euro (Usbekistan: rund 700 Millionen Euro). Und aktuell sind mehr als 900 Unternehmen mit deutschem Kapital in Kasachstan aktiv. Auch in Bezug auf das Investitionsklima ist das Land seinen Nachbarn noch weit voraus. Im jüngsten Ranking der Weltbank kommt das Land auf Platz 25 und landet damit drei Plätze vor Russland und nur drei hinter Deutschland.

Usbekistan belegt hier Platz 69. Denn in der Tat verläuft hier der Prozess der Liberalisierung noch schleppend, obwohl sich das Land geöffnet hat und ausländische Akteure sich verstärkt für Usbekistan interessieren. Doch konkurrieren beide Länder bereits um ausländische Investitionen. Deshalb ist der Besuch Tokajews in Berlin und das Werben um die Gunst deutscher Wirtschaftsvertreter für Kasachstan nur folgerichtig.