Weltbank: Doing Business Index soll öffentliches Auftragswesen berücksichtigen

Ab 2021 wird in den Doing Business Index ein neuer Indikator zur Bewertung der Verfahren für das öffentliche Auftragswesen aufgenommen.

Ab 2021 wird in den Doing Business Index ein neuer Indikator zur Bewertung der Verfahren für das öffentliche Auftragswesen aufgenommen. Foto: iStock © ablokhin

Bereits vor drei Jahren plante die Weltbank die Einführung einer eigenen Kategorie für die Bewertung der Transparenz beim Zugang kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zu öffentlichen Aufträgen. Dieses Vorhaben wird nun ab dem kommenden Jahr realisiert. Damit reagiert die Weltbank auf zunehmende Kritik des Bewertungssystems, unter anderem aus Russland. Bemängelt wird, dass keiner der zehn untersuchten Bereiche den Zustand des institutionellen Umfelds berücksichtigt: etwa die Anzahl der Unternehmensinspektionen durch Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden oder die Ungleichheit des Wettbewerbs zwischen öffentlichen und privaten Unternehmen (insbesondere KMU) sowohl beim Zugang zu öffentlichen Aufträgen als auch im Rechtsbereich.

Die russische Regierung will bei der öffentlichen Beschaffung den verpflichtenden Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen von 18 auf 20 Prozent heraufsetzen. Hierzu unterzeichnete Premierminister Dmitrij Medwedjew bereits einen entsprechenden Beschluss. Mit dieser Regelung soll bis 2024 der Anteil der KMU am öffentlichen Auftragswesen deutlich erhöht werden – von aktuell 45 Milliarden Euro auf 75 Milliarden Euro. Der von Präsident Wladimir Putin vorgegebene Aufstieg Russlands unter die besten 20 Volkswirtschaften im Doing Business Index bis 2024 wird künftig auch von einer positiven Bewertung im Bereich des öffentlichen Auftragswesens abhängen.