Steuerreform soll mehr Einnahmen generieren

Das russische Finanzministerium will den Begriff Steuerinländer deutlich erweitern und somit neue Einnahmequellen erschließen.

Laut Finanzminister Anton Siluanow zielt der Vorschlag insbesondere auf russische Geschäftsleute ab, die ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlagert haben.  Foto © kremlin.ru

Nach Verkündung der Offshore-Gesetze im Jahr 2014 haben sich viele reiche russische Geschäftsleute dafür entschieden, weniger als 183 Tage pro Jahr in Russland zu verbringen, um somit unter die Steuergesetzgebung anderer Länder zu fallen. Damit soll jetzt Schluss sein. Das Finanzministerium plant, diesen Status eines Steuerinländers auf alle Personen anzuwenden, die sich jährlich mehr als 90 Tage in Russland aufhalten oder aber durch ein Arbeitsverhältnis, Familie oder auch Immobilien ihren „Lebensmittelpunkt“ in Russland haben. Momentan müssen es noch mindestens 183 Tage im Jahr sein.

Laut Finanzminister Anton Siluanow zielt der Vorschlag insbesondere auf russische Geschäftsleute ab, die ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlagert haben. „Damit sollen unsere Geschäftsleute, die seinerzeit ins Ausland gezogen sind, wieder nach Russland zurückkehren“, erläutert der Minister die Idee. Betroffen könnten aber auch die in Russland arbeitenden Ausländer sein. Wenn ausländische Arbeitnehmer des Mutterkonzerns für mehr als drei Monate nach Russland kommen und eine Wohnung anmieten, ihre Kinder zur Schule schicken oder ähnliches, dann müssten sie der russischen Steuerbehörde nachweisen, dass ihr tatsächlicher „Lebensmittelpunkt“ nicht in Russland liegt.