Lokalisierung – den richtigen Platz für die Ansiedlung finden und überprüfen

Lokalisierung ist kein Schlagwort, sondern ein Prozess. Nachdem die strategische Entscheidung eines Unternehmens zur Ansiedlung einer eigenen Produktionsstätte in Russland oder einer eigenen technischen Serviceeinheit zur Wartung von bereits im russischen Markt befindlichen Ausrüstungen und Maschinen getroffen wurde, muss jetzt der richtige Standort gefunden werden.

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Grundsätzlich sind die Nähe zu Kunden und Zulieferern die wichtigsten Kriterien im Flächenland Russland. Da zählt zunächst die geografische Komponente. So wird ein Kartoffelsnack-Hersteller beispielsweise die landwirtschaftlich geprägten Regionen um Brjansk und Lipetsk bevorzugen. Ein Hersteller für Bergbau- relevante Produkte wird eher den Kusbass oder den Ural ins Auge fassen, und ein Agrotechnikproduzent wird sich eher Richtung der Schwarzerde-Regionen orientieren.

Weitere Kriterien aus ökonomischer Sicht sind die Höhe des erforderlichen Investitionsvolumens, Subventionsmöglichkeiten und Steuerlasten vor Ort. So variieren die Kosten für einen Hektar Bauland für Industrieansiedlungen sehr stark von Region zu Region. Für die administrative finanzielle Unterstützung gilt das gleiche. Auf föderaler Ebene werden Subventionen einheitlich für die Regionen gewährt. Jede Region kann zusätzlich aber eigene Subventionsprogramme draufsatteln, die in Abhängigkeit von der Investitionssumme und den geplanten neuen Arbeitsplätzen unterschiedlich hoch ausfallen. Etliche Industrieparks bieten zudem weitere zusätzlich interessante Möglichkeiten an.

Die als relevant erachteten Kriterien für die eigene Standortentscheidung lassen sich firmenspezifisch noch erweitern: Ansiedlung in Greenfield- oder Brownfield-Objekten, in einem Industriepark oder in einer freistehenden Industrieimmobilie, Bedarf an Elektroenergie, Gas und Wasser und vieles mehr.

Um mit allen gewählten Kriterien brauchbare Ergebnisse bei der Suche zu bekommen, sind umfangreiche Daten zusammenzutragen und auszuwerten. Bei 86 Regionen und über 200 Industrieparks und Cluster ist das fast schon die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die Zusammenarbeit mit einem ausgewiesenen Spezialisten für Lokalisierung bietet sich hier an.

Drei wesentliche Argumente sprechen dafür:

  1. Ein Überblick über alle aktuellen Baustellen in den Regionen und Industrieparks sowie die dort gewährten Subventionen und Steuersparmodelle kann nur von einem Experten gegeben werden. Alle zugänglichen Daten müssen aktuell sein und auf die vom Kunden spezifizierten Kriterien angewendet und analytisch ausgewertet werden.
  2. Das erforderliche Umfeld in Bezug auf Zulieferer, Lieferanten, Lohnfertiger, Logistik und sonstige Dienstleitungen kann gleich mitgeprüft werden. Das gilt auch für die Verfügbarkeit potenzieller Fachkräfte und sonstigen erforderlichen Personals am anvisierten Standort.
  3. Die erforderliche juristische und technische Überprüfung der in die engere Auswahl übernommenen Standorte nach den Grundsätzen der Due Diligence kann in der Regel parallel vorgenommen werden. Als Unternehmen kann man sich somit rechtzeitig vor unliebsamen späteren Überraschungen am neuen Standort absichern.

Häufige Negativ-Beispiele aus der Praxis sind ein verspäteter Anschluss an die zugesicherten und erforderlichen Medien, nicht ausreichende Leistungsparameter bei der Medienversorgung, angrenzende Schutzzonen benachbarter Industrieunternehmungen oder Altlasten auf dem ausgewählten Gelände, die es zu vermeiden gilt.

Mit einem erfahrenen Lokalisierungsspezialisten an der Seite ist jedes Unternehmen bei der Umsetzung seiner Lokalisierungspläne, insbesondere der Standortsuche, grundsätzlich richtig beraten.