CEO von Silowyje maschiny gegen Siemens-SPIK

Siemens bemüht sich um einen Sonderinvestitionsvertrag mit der russischen Regierung zur Produktion von Gasturbinen. Gegenwind kommt dabei aus den vermeintlich eigenen Reihen.

Alexej Mordaschow, Eigentümer des russischen Turbinenhersteller Silowyje maschiny. Foto: Sergei Malgavko/TASS Host Photo Agency

Alexej Mordaschow, Eigentümer des russischen Turbinenhersteller Silowyje maschiny, hat die russische Regierung aufgefordert, keine Sonderinvestitionsverträge (SPIK) mit ausländischen Herstellern von Hochleistungsgasturbinen abzuschließen. Dies berichten russische Medien unter Berufung auf ein Schreiben des Oligarchen. Derzeit bemüht sich die deutsche Siemens AG um die Unterzeichnung eines solchen Abkommens. Pikant dabei: Silowyje maschiny und Siemens sind Joint-Venture-Partner und reichten Anfang Juli beim Ministerium für Industrie und Handel einen gemeinsamen SPIK-Antrag ein. Das Gemeinschaftsunternehmen versprach rund 17 Millionen Euro in die Lokalisierung von Gasturbinen des Typs SGT5-2000E zu investieren. Allerdings verweigerte das Ministerium den Abschluss. Als Grund wurde eine neue Regelung angegeben, wonach das Auslandskapital des Herstellers 50 Prozent nicht übersteigen dürfe. Das deutsche Unternehmen hält 65 Prozent der Anteile am Joint Venture.

Laut Mordaschow würde eine Lokalisierung die Bemühungen der einheimischen Unternehmen zunichtemachen, eigene Technologien zu entwickeln. Das eigentliche Ziel ausländischer Hersteller sei es nicht, „ihre Produktion zu lokalisieren“, sondern „den Markt zu erobern“, wird  aus dem Schreiben zitiert. Siemens wiederum ist der Ansicht, dass SPIK der schnellste und effektivste Weg sei, den russischen Markt mit Hochleistungsgasturbinen der neuesten Generation zu versorgen. Experten vermuten hinter Mordaschows Vorstoß den Versuch, Siemens dazu zu bringen, seinen Anteil am Joint Venture auf 50 Prozent zu reduzieren. Silowyje maschiny entwickelt gerade Turbinen, die in ihren Parametern den Siemens-Produkten nahekommen.