Chinas Außenhandel im Oktober rückläufig

PEKING. Vor dem Hintergrund des Handelsstreits mit den USA hat sich Chinas Außenhandel im Oktober erneut abgeschwächt. Laut Zahlen der Pekinger Zollbehörde vom 8. November 2019 gingen die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,9 Prozent auf 212,9 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 192,7 Mrd. Euro) zurück. Die Importe fielen um 6,4 Prozent auf 170,1 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

Chinas Außenhandel hat sich im Oktober erneut abgeschwächt – besonders deutlich fiel erneut das Minus im Handel mit den USA aus. Foto: iStock © AvigatorPhotographer

Besonders deutlich fiel erneut das Minus im Handel mit den USA aus. Chinas Ausfuhren nach Amerika brachen im Oktober um 16,2 Prozent ein. Die Einfuhren gingen um 14,3 Prozent zurück.

Zwischen den USA und China läuft seit mehr als einem Jahr ein Handelsstreit. Das hat in beiden Ländern dazu geführt, dass die Wirtschaft langsamer wächst und die Weltkonjunktur gebremst wird. Beide Seiten haben einander schrittweise mit immer neuen Strafzöllen überzogen, während parallel Gespräche über ein Handelsabkommen laufen. Ein neuer Termin und Ort für ein Treffen der beiden Präsidenten stehen noch nicht fest.

Im Oktober hatte US-Präsident Donald Trump die grundsätzliche Einigung auf ein Teilabkommen verkündet. Wann das Abkommen besiegelt wird, ist aber noch unklar. Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping wollten ursprünglich beim für November geplanten Asien-Pazifik-Gipfel zusammenkommen. Dieser wurde jedoch aufgrund von Unruhen in Chile abgesagt.

Die chinesische Regierung hatte am 7. November mitgeteilt, dass sich in den Verhandlungen weitere Fortschritte abgezeichnet hätten. Nach „ernsthaften und konstruktiven“ Gesprächen zwischen führenden Regierungsvertretern beider Länder habe man sich darauf verständigt, nicht nur keine weiteren Zölle zu verhängen, sondern bestehende Strafzölle bei Fortschritten in den Verhandlungen schrittweise zurückzunehmen.

US-Präsident Donald Trump hatte jedoch schon einen Tag später den Hoffnungen auf eine nachhaltige Entschärfung des Handelskonfliktes mit China einen Dämpfer verpasst. Es gebe keine Einigung, im Rahmen des geplanten Teilabkommens mit China bereits bestehende Strafzölle aufzuheben, sagte er am 8. November im Garten des Weißen Hauses. China sei stärker an einem Abkommen interessiert als die USA. Trump betonte, das Abkommen solle in den USA unterzeichnet werden. Als möglichen Ort für eine gemeinsame Unterzeichnung mit Chinas Präsident Xi Jinping nannte er erneut den ländlich geprägten US-Bundesstaat Iowa.

Die Aktienmärkte hatten erfreut auf die Berichte aus Peking reagiert. Nach Trumps Bemerkungen am 8. November 2019 gab die Börse in New York jedoch wieder nach.

(Quelle: dpa)