Russische Wirtschaft: Wirtschaftsminister Oreschkin sieht noch viel Potenzial

Im Interview mit RBK äußert sich Wirtschaftsminister Oreschkin zur Lage der russischen Wirtschaft. Große Defizite sieht er vor allem in der Effizienz der Verwaltung und dem Investitionsklima.

Im Interview mit RBK äußert sich Wirtschaftsminister Oreschkin zur Lage der russischen Wirtschaft: Große Defizite sieht Oreschkin vor allem in der Effizienz der Verwaltung und dem Investitionsklima. Foto © kremlin.ru

MOSKAU. Demografische Probleme stellen nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin das größte Risiko für die weitere Entwicklung Russlands dar. Die demografische Krise der 1990er-Jahre wirke sich nach wie vor auf den Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung aus, die im Vergleich zu vielen andern Volkswirtschaften insbesondere in Asien relativ gering sei, sagte der Minister dem russischen Nachrichtenportal RBK. Dies beeinflusse das Wachstumstempo der Wirtschaft. Ein zweites großes Defizit, das sich laut Oreschkin auf dem russischen Markt beobachten lässt, bestehe in der Unvorhersagbarkeit des Investitionsklimas und in nicht immer effizienten Verwaltungsstrukturen.

Der Minister äußerte zugleich seine Zuversicht, neue Gesetzgebungen könnten die Marktlage verbessern. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang auf die am 29. Oktober veröffentlichten Weisungen der Regierung, die dem wirtschaftlichen Wachstum dienen sollen. Unter anderem soll ein Entwurf des Finanzministeriums für ein Investitionsschutzgesetz umgesetzt werden. Zudem soll ein Pilotprojekt zur Verringerung der Belastungen für die Unternehmen gestartet werden. Auch versprach Ministerpräsident Medwedjew, das Rechts- und Strafverfolgungssystem zu reformieren, um das Vertrauen der Geschäftsleute wieder zu stärken. // RBK, Kommersant, Vedomosti