Bevölkerung spürt russische Gegensanktionen

Russische Gegensanktionen im Lebensmittelbereich kosten Verbraucher mehrere Milliarden Euro jährlich.

Russische Gegensanktionen im Lebensmittelbereich kosten Verbraucher mehrere Milliarden Euro jährlich. Foto: iStock © VLG

MOSKAU. Die 2014 von der russischen Regierung als Reaktion auf die westlichen Lebensmittelsanktionen eingeführten Gegensanktionen kosten den russischen Verbraucher jährlich umgerechnet rund 6,3 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und öffentliche Verwaltung und des Zentrums für Wirtschafts- und Finanzstudien (CEFIR). Laut der Studie belaufe sich der Gesamtverlust pro Person auf 3.000 Rubel jährlich (rund 40 Euro), was einem Anstieg der Lebensmittelkosten um 4,8 Prozent für Bevölkerungsgruppen in der Nähe der Armutsgrenze entspreche. 84 Prozent dieser Summe wurde zugunsten der russischen Produzenten umverteilt, drei Prozent zugunsten alternativer Importeure, 13 Prozent waren Nettoverluste.

Die russischen Gegensanktionen, die die Einfuhr wichtiger Lebensmittelkategorien nach Russland verbieten, wurden im August 2014 als Reaktion auf Sanktionen der Europäischen Union, der Vereinigten Staaten und einer Reihe anderer Länder eingeführt. Die russischen Behörden haben wiederholt betont, dass die Beschränkung der Einfuhr ausländischer Erzeugnisse die Einfuhrsubstitution und -entwicklung russischer Hersteller fördere. // Vedomosti