Washington klammert Irak von den Iran-Sanktionen aus

Der Irak kann bis Mitte Februar 2020 Gas und Elektrizität aus dem Iran beziehen, ohne Gegenmaßnahmen der USA befürchten zu müssen.

Der Irak kann bis Mitte Februar 2020 Gas und Elektrizität aus dem Iran beziehen, ohne Gegenmaßnehmen der USA befürchten zu müssen. Foto: iStock © serkansenturk

WASHINGTON. Das US-Außenministerium hat offiziellen Angaben zufolge am 17. Oktober eine Ausnahmegenehmigung für irakische Energieimporte aus dem Iran für weitere 120 Tage erteilt. Sie wurde seit Verhängung der Sanktionen gegen den Iran im Frühjahr 2018 wiederholt verlängert. Washington erwartet im Gegenzug vom Irak, unabhängig von iranischen Lieferungen zu werden.

Der irakische Elektrizitätsminister geht allerdings davon aus, dass Energieimporte aus dem Iran noch für drei bis vier Jahre erforderlich sein werden. Die Infrastruktur seines Landes sei veraltet und durch Angriffe der Terrormiliz IS in der Vergangenheit stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach seinen Angaben sind Investitionen von mindestens 30 Milliarden US-Dollar erforderlich.

Der Irak importiert knapp zehn Prozent seines Elektrizitätsverbrauchs direkt aus dem Iran. Daneben führt er bis zu 38 Milliarden Kubikmeter Gas aus dem Iran ein, die teils zur Elektrizitätserzeugung genutzt werden. Nach unterschiedlichen Schätzungen sind 20 bis 40 Prozent des irakischen Elektrizitätsverbrauchs entweder direkt oder indirekt von Bezügen aus dem Iran abhängig.

Der Energieexport in den Irak ist eine zentrale Einnahmequelle für den Iran.