Lange Schatten auf Irans Wirtschaftsentwicklung

Die Weltbank erwartet in ihrem jüngsten Bericht für den Iran eine schwere Rezession, aber es gibt vereinzelte Wachstumszweige.

Die Weltbank erwartet in ihrem jüngsten Bericht für den Iran eine schwere Rezession, aber es gibt vereinzelte Wachstumszweige. Foto: iStock © BalkansCat

WASHINGTON/TEHERAN. Die Weltbank geht in ihrer am 9. Oktober veröffentlichten Prognose davon aus, dass die iranische Wirtschaftsleistung zwischen März 2019 und März 2020 um 8,7 Prozent schrumpfen wird. Der IWF prognostiziert in seinem jüngsten Bericht sogar einen Rückgang von 9,5 Prozent. Im vorhergehenden Jahr war das BIP bereits um 4,9 Prozent zurückgegangen.

Für 2020/21 und 2021/22 erwartet die Weltbank ein leichtes Wachstum von 0,5 Prozent jährlich, da die Abwertung des Rial den Export beflügeln könnte. Ein weiterer Rückgang des Ölexports könnte nach Ansicht der Experten aber erhebliche negative Auswirkungen haben. Die Prognose geht von Ausfuhren über 500.000 Barrel täglich aus.

Derweil hat das Meinungsforschungsinstitut „IranPoll“ in seiner im Oktober veröffentlichten Umfrage eine gewisse Stimmungsverbesserung festgestellt. Während im April 2018 rund 64 Prozent der befragten Iraner eine Verschlechterung der Wirtschaftslage erwarten, sei dieser Wert jetzt auf 53,6 Prozent gesunken. Das in Toronto beheimatete Institut gilt als erfahren und angesehen.

Auch zeigen vereinzelte Wirtschaftszweige eine positive Tendenz. So ist nach Angaben des iranischen Industrieministers die Stahlproduktion insgesamt zwischen Ende März und Ende September 2019 um 6,5 Prozent gestiegen, die von Stahlprodukten um 9,1 Prozent. Weitere deutliche Zuwächse werden von der „World Steel Association“ erwartet, die diese Angaben stützt. Zudem sinken die iranischen Auslandsschulden. Sie werden für 2018 auf moderate 6,3 Milliarden US-Dollar beziffert, das sind 6,5 Prozent weniger als 2017.