„Wir sollten uns in unserem Verhältnis zu Russland strategisch neu aufstellen”

Ost-Ausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft fordert einen Neustart der Beziehungen zu Russland.

Der Geschäftsführer des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft, Michael Harms, hat ein Ende der Russland-Sanktionen gefordert. Foto @ OAOEV

BERLIN. Der Geschäftsführer des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV), Michael Harms, hat ein Ende der Russland-Sanktionen gefordert. Diese Sanktionen hätten keine russische Verhaltensänderung bewirkt, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Sanktionen haben im Gegenteil dazu geführt, dass sich die russische Gesellschaft noch enger um Präsident Putin geschart hat.“ Weil Deutschland einen Großteil der sanktionsbedingten Lasten trage und davon vor allem der Mittelstand betroffen sei, “setzen wir uns natürlich dafür ein, dass die Sanktionen so schnell wie möglich abgebaut werden”, betonte er.

Die Aufhebung der Sanktionen sollte nach Ansicht von Harms an Fortschritte beim Minsker Friedensprozess geknüpft werden. „Eine unkonditionierte Aufhebung der Sanktionen ist nicht in unserem Interesse.” Die EU solle Russland vielmehr Anreize für eine verstärkte Zusammenarbeit mit Europa bieten. Andernfalls  gebe es Profiteure etwa in China, weil diese Produkte liefern könnten, deren Export aus der EU untersagt sei. // Reuters