Erster Spatenstich für CATL-Batteriewerk

ARNSTADT / ERFURT. Der erste Spatenstich ist erfolgt: Am 18. Oktober haben Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und CATL-Europachef Matthias Zentgraf gemeinsam mit weiteren Persönlichkeiten die Bauarbeiten zur Errichtung des neuen Batteriezellenwerks der chinesischen Contemporary Amperex Technology Co. Ltd. (CATL) am „Erfurter Kreuz“ bei Arnstadt gestartet.

Der erste Spatenstich für die CATL-Batteriefabrik ist vollzogen – damit will der Freistaat Thüringen zum bedeutendsten europäischen Standort für die Produktion von Batteriezellen avancieren. Foto: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Bis Anfang 2022 entsteht dort mit der Contemporary Amperex Technology Thuringia GmbH (CATT) die erste Produktionsstätte von CATL außerhalb Chinas. Dafür investiert das Unternehmen innerhalb der kommenden fünf Jahre 1,8 Milliarden Euro. 2.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Der Schwerpunkt des Werks mit einer Kapazität von zunächst 14, später bis zu 24 Gigawattstunden liegt auf der automatisierten Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Kraftfahrzeuge. „Das heißt, aus Thüringen kommt die Technologie, die die deutsche und europäische Mobilitätswende überhaupt erst möglich macht“, so Tiefensee. Zudem werde das Unternehmen in erheblichem Umfang auch in Forschung und Entwicklung, Qualitätskontrolle und hochwertige Dienstleistungen investieren.

Die deutsche Autoindustrie, die sich bei Zellen bisher weitgehend auf Lieferungen von Anbietern aus Korea, China und Japan verlässt, hat ein Auge auf das Projekt. Ist CATL mit einer Produktion in Thüringen erfolgreich, dann wachse der Druck, dass auch die deutschen Hersteller in die Fertigung einsteigen, heißt es unter Automobilfachleuten. In der Politik und der Branche wird seit Jahren über die Marktmacht asiatischer Hersteller diskutiert und die Frage, ob deutsche Autohersteller dadurch in zu große Abhängigkeit geraten, wenn der Verkauf von E-Fahrzeugen wie erhofft stark anzieht. Die Bundesregierung baut deshalb an europäischen Batterie-Allianzen. Als einziger deutscher Autobauer hat VW mit einer Pilotfertigung von Zellen in Salzgitter reagiert, um Erfahrungen auf dem Gebiet zu sammeln.

Bei der Investitionsbekanntgabe von CATL (Contemporary Amperex Technology Ltd.) im Juli 2018 in Berlin hatte Kanzlerin Angela Merkel die Gemengelage in Deutschland so umschrieben: „Wenn wir es selber könnten, wäre ich auch nicht traurig.“ Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hofft nun auf einen „Transfer von Know-how von China nach Europa“. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt die Investition: „Es ist gut, dass das Werk kommt.“

Das Projekt wird im logistisch perfekt zwischen der Nord-Süd-Autobahn A71 und der Ost-West-Autobahn A4 gelegenen Gewerbegebiet „Erfurter Kreuz“ realisiert, das von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) entwickelt und vermarktet wird. Dort hat CATL Flächen erworben. 70 Hektar sind für die Fabrikbauten reserviert. Gebaut werde zunächst auf 22 Hektar, so Zentgraf. CATL will voraussichtlich bereits Ende 2020 seine Produktion aufnehmen. Dazu hat das Unternehmen am „Erfurter Kreuz“ kurzfristig einen Gebäudekomplex von der insolventen SolarWorld Industries GmbH erworben. Dort könnten dann die ersten 200 Arbeitnehmer Module aus Zellen zusammenbauen, die aus China geliefert werden.

(Quellen: dpa; Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft)