Russland: Regierung will Ausländer von Erneuerbare-Energie-Projekten ausschließen

Die Planung und Inbetriebnahme von Erneuerbare-Energie-Projekten soll ausschließlich von russischen Unternehmen vorangetrieben werden. Dies könnte zu einem Anstieg der Baukosten führen.

Die Planung und Inbetriebnahme von Erneuerbare-Energie-Projekten soll ausschließlich von russischen Unternehmen vorangetrieben werden. Foto: iStock © Chepko

MOSKAU. Aktuell wird ein Großteil der Solar- und Windkraftanlagen in Russland von ausländischen Unternehmen gebaut. Das will das russische Ministerium für Industrie und Handel ändern und plant, dass die am Bau beteiligten Unternehmen künftig nicht mehr unter der Kontrolle ausländischer Organisationen oder Staaten stehen dürfen, wie die russische Tageszeitung Vedomosti berichtet. Zu den Marktführern gehören unter anderem Solar Systems (eine Tochtergesellschaft der chinesischen Amur Sirius), Hevel (ein Joint Venture zwischen dem japanischen Unternehmen Renova und Ream Management aus den Niederlanden), Fortum (Finnland) sowie Enel Russia (Tochter des italienischen Energiekonzerns Enea), die eng mit Siemens Gamesa kooperiert.

Experten äußern sich skeptisch zu den Plänen des Ministeriums. Die eingebrachten Vorschläge können zu höheren Baukosten führen, betont Alexej Chochlow, Leiter der Abteilung für Energietechnik im Skolkovo Energy Center. In Russland gebe es noch keine ernstzunehmenden Industrien für die Entwicklung erneuerbarer Energien. Ein Ausschluss ausländischer Unternehmen könnte russischen Unternehmen zudem den Zugang zu fortschrittlichen Lösungen und Innovationen einschränken. // Vedomosti