Huawei begrüßt Zulassung zum 5G-Mobilfunkausbau in Deutschland

Trotz Sicherheitsbedenken insbesondere der USA will Deutschland das chinesische Unternehmen Huawei beim neuen 5G-Mobilfunknetz nicht ausschließen. Der unter Druck geratene Netzwerkausrüster hofft auf eine Signalwirkung.

Anwendungen, die Industrie 4.0 oder autonomes Fahren ermöglichen, sind auf den Echtzeitstandard 5G angewiesen. Damit alle Anbieter am 5G-Ausbau in Deutschland partizipieren können, sollen Ende 2019 neue Sicherheitsstandards beschlossen werden. Foto: © 2019 Huawei Technologies Co., Ltd.

PEKING. Der chinesische Telekomkonzern Huawei hat die neuen deutschen Sicherheitsregeln für den Ausbau des schnellen Mobilfunknetzes nach dem 5G-Standard begrüßt. Ein Unternehmenssprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur in Peking am 16. Oktober, dass das „… gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter schaffe“ und reagierte so auf den Entwurf, der dem führenden Netzwerkausrüster aus China keine Steine in den Weg legt. „Dieses Vorgehen, das auf Fakten und Standards basiert, hat beispielhafte Bedeutung, um globale Herausforderungen an Cybersicherheit anzugehen“, so der Huawei-Sprecher.

Im Streit über die Beteiligung chinesischer Anbieter am Aufbau der deutschen 5G-Netze hatte sich zuvor die Bundesregierung klar positioniert: Trotz der Warnungen aus den USA soll kein Anbieter außen vor bleiben. Huawei steht in den USA wegen Sicherheitsbedenken auf einer schwarzen Liste. Allerdings konnten Vertreter der Vereinigten Staaten bislang keinen handfesten Beweis für eine Hintertür in der Hardware aus China vorlegen.

Der chinesische Netzwerkausrüster hat Spionagevorwürfe stets zurückgewiesen und betont, sich an geltende Gesetze zu halten. Mit dem neuen Sicherheitskatalog wird deutlich, dass Deutschland einer Huawei-Teilnahme am 5G-Ausbau nicht generell einen Riegel vorschieben will. „Es ist gut, dass die Tür offen bleibt“, zeigte sich ein hoher Huawei-Mitarbeiter erleichtert. Außer den USA hatte allerdings unlängst auch die EU-Kommission davor gewarnt, bei der Mobilfunk-Infrastruktur Firmen wie Huawei mitmachen zu lassen. Nach den neuen deutschen Regeln müssen Lieferanten eine Erklärung der Vertrauenswürdigkeit abgeben und zusichern, keine vertraulichen Infos ins Ausland weiterzuleiten. Eine zentrale Rolle spielt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das die genutzten Komponenten überprüft. Ende dieses Jahres soll das auch in Deutschland umstrittene Regelwerk beschlossen werden.

Obwohl Huawei weltweit massiv unter Druck geraten ist, laufen die Geschäfte des Konzerns weiter gut. Nach eigenen Angaben stieg der Umsatz von Januar bis Ende September um 24,4 Prozent auf 610,8 Milliarden Yuan (das sind umgerechnet 77 Milliarden Euro). Die Entwicklung der 5G-Mobilfunknetze weltweit habe sich beschleunigt; Huawei habe bereits mehr als 60 Abkommen mit Betreibern weltweit für den Ausbau der Mobilfunknetze auf den schnellen 5G-Standard geschlossen. Ebenso habe sich das Cloud-Geschäft mit der Speicherung von Daten über das Internet beschleunigt. Im oben genannten Zeitraum seien zudem 26 Prozent mehr Smartphones als im Vorjahreszeitraum verschifft worden. Das Unternehmen legte jedoch keine Umsatzzahlen vor, die nur das dritte Quartal betreffen.

(Quelle: dpa)