Russischer Automarkt schrumpft wieder

Erstmals seit drei Jahren steht der russische Automarkt vor einer Rezession. Verbraucher greifen vermehrt auf Sonderangebote der Hersteller zurück.

Erstmals seit drei Jahren steht der russische Automarkt vor einer Rezession. Foto: Alex Moiseev on Unsplash

MOSKAU. Der Verkauf von Neuwagen in Russland wird 2019 voraussichtlich um mehr als zwei Prozent zurückgehen. Dies hat die Association of European Businesses (AEB) prognostiziert. Nach Jahren des Wachstums würde das wieder einen deutlichen Einschnitt bedeuten. Zuletzt gingen die Pkw-Verkäufe in Russland im Jahr 2015 stark zurück – seinerzeit um fast 36 Prozent. Auch Analysten der russischen Investitionsbank VTB Capital, die Anfang des Jahres noch ein Wachstum des Automobilmarktes von sechs bis sieben Prozent erwartet hatten, gehen von einem Rückgang aus, allerdings nur in Höhe von 0,3 Prozent.

Momentan ist der Markt auch dank staatlicher Unterstützung einigermaßen stabil. Das Industrie- und Handelsministerium der Russischen Föderation stellte im Lauf des Jahres insgesamt rund vier Milliarden Euro für Programme bereit, die den Autokauf fördern sollen. Zugleich beobachten Experten, dass die Bereitschaft der russischen Käufer, gefühlsgeleitete Einkäufe zu tätigen, stark zurückgegangen ist. Der Kunde mache seine Kaufentscheidung von der Verfügbarkeit niedriger Zinsen und Preisnachlässen der Hersteller abhängig. Zudem verzichte er zunehmend auf teure Extras. // Association of European Businesses, RBC