Raiffeisen schließt in Russland ein Viertel seiner Filialen

Die Raiffeisenbank setzt in Russland auf Sparkurs und will freie Mittel in die Entwicklung von IT-Services investieren.

Die Raiffeisenbank setzt in Russland auf Sparkurs und will freie Mittel in die Entwicklung von IT-Services investieren. Foto © Raiffeisen Bank International AG 2019

MOSKAU. Die russische Tochter der österreichischen Raiffeisenbank will bis Ende des Jahres russlandweit 44 seiner aktuell 174 Filialen aufgeben. Grund seien wachsende Nutzungszahlen bei Onlineservices und rückläufige Besucherzahlen in den Filialen, wie Sergey Monin, CEO der Raiffeisenbank in Russland, der Tageszeitung Vedomosti sagte. Seinen Angaben zufolge wuchsen die Nutzerzahlen der Online-Kanäle im vergangenen Jahr um 60 Prozent, die Besucherzahlen in den Filialen gingen um 30 Prozent zurück. Weitere Kürzungen in den kommenden Jahren seien allerdings nicht geplant. Das eingesparte Geld will die Bank in die Entwicklung seiner IT-Services und in die verbleibenden 130 Filialen in insgesamt 44 russischen Städten investieren.

Die Schließung der Filialen soll sich laut Monin nicht auf das Wachstum der Bank auswirken. „Es geht nicht darum, das Geschäft zu reduzieren oder Russland zu verlassen. Im Gegenteil: Wir erwarten eine Erhöhung unseres Kundenstamms von derzeit zwei Millionen Kunden auf drei Millionen in den kommenden Jahren“, sagte Monin. Im Mittelstandssegment habe die Raiffeisenbank inzwischen 120.000 Kunden, deren Zahl mittelfristig auf 250.000 steigen soll.

Laut der russischen Zentralbank kann ein allgemeiner Trend zur Reduzierung von Bankfilialen beobachtet werden: In den vergangenen zwei Jahren belief sich die Schließungsquote auf jeweils 10,5 Prozent. // Vedomosti