Russlands Kohleexporte in die EU könnten weiter zurückgehen

Die Kohleexporte aus Russland in die Europäische Union sind rückläufig. Grund ist die stärkere Orientierung der EU-Staaten auf erneuerbare Energien.

Die Kohleexporte aus Russland in die Europäische Union sind rückläufig. Foto: iStock © Pro-syanov

MOSKAU. 2019 hat Russland laut dem Föderalen Zolldienst des Landes rund 200 Millionen Tonnen Kohle exportiert, davon knapp 40 Prozent in die EU. Diese Quote wird in den kommenden Jahren jedoch tendenziell sinken, da die EU-Staaten die klimaschädliche Kohle mittelfristig durch erneuerbare Energiequellen ersetzen wollen. Laut Analysen der Thinktanks Agora Energiewende (Deutschland) und Sandbag (Großbritannien) ist der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien in der Europäischen Union im vergangenen Jahr auf 32,3 Prozent geschrumpft. Vor allem in Deutschland, Großbritannien und Frankreich verdrängen erneuerbare Energien die Kohle aus dem Strommix. Aufgrund der geringeren Nachfrage ist der Preis pro Tonne im Juli 2019 zum ersten Mal in den letzten drei Jahren auf 47 US-Dollar gesunken. Hinzu kommt die Konkurrenz durch Flüssiggas, dessen Bedeutung weiter zunimmt.

Russland ist weltweit der drittgrößte Kohleexporteur mit einer Förderleistung von mehr als 400 Millionen Tonnen pro Jahr. // Vedomosti, Topagrar