Beurteilung Geschäftsklima bleibt zweigeteilt

FRANKFURT AM MAIN. Die KfW hat Anfang Oktober ihr aktuelles KfW-ifo-Mittelstandsbarometer veröffentlicht. Nach einer deutlichen Verschlechterung im Vormonat hat sich das mittelständische Geschäftsklima im September etwas erholt und steigt um 1,1 Zähler auf ein Niveau, das in etwa dem langjährigen Durchschnitt entspricht.

KfW-Zentrale Frankfurt, Außenaufnahme, Eingang Nordarkade. Foto © KfW

Die Mittelständler beurteilen die aktuelle Lage etwas positiver. Mit Blick auf die kommenden sechs Monate setzt sich jedoch der seit Ende 2018 aufkommende Pessimismus unter den Mittelständlern fort. Demnach steigen die Geschäftserwartungen im September zwar minimal um 0,4 Zähler, liegen aber mit minus 11,8 Saldenpunkten weiterhin sehr niedrig.

Das Geschäftsklima der Großunternehmen kennt derweil nur den Weg nach unten und gibt im September um einen Zähler auf minus 14,1 Saldenpunkte nach. Verschlechtert haben sich sowohl die Lagebeurteilungen als auch die Geschäftserwartungen. Damit vertieft sich die seit Anfang 2018 zu verzeichnende Kluft zwischen dem Geschäftsklima der Mittelständler und dem der Großunternehmen weiter. Markant ist der Abstand vor allem bei den Lageurteilen, die im Mittelstand um fast 22 Punkte besser ausfallen als bei den Großunternehmen. Während letztere ihre Lage mit minus 9,5 Saldenpunkten ungewöhnlich schlecht einschätzen, sind die Mittelständler mit ihrer Geschäftssituation weiterhin mehrheitlich zufrieden.

Für das Gesamtjahr 2019 rechnet KfW Research mit einem positiven Wachstum von 0,4 Prozent, allerdings nur aufgrund des guten Jahresstarts. Für 2020 besteht Hoffnung auf eine Wachstumsnormalisierung zur Jahresmitte, damit könnte sich die Jahresrate auf 0,6 Prozent erhöhen.

Die Ursachen für die Probleme hätten sich im Erhebungszeitraum kaum verändert, so KfW-Ökonom Dr. Philipp Scheuermeyer. „Ein harter Brexit zum 31. Oktober ist zwar durch die Gesetzgebung des britischen Parlaments unwahrscheinlicher geworden, kann aber zu diesem und insbesondere zu einem späteren Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA ist trotz kleiner Entspannungssignale unkalkulierbar. Die hohe politische Unsicherheit führt in Deutschland, aber auch global, zu einer Investitionszurückhaltung, die der insgesamt sehr zyklisch ausgerichteten deutschen Industrie schadet.”