Iran-Konflikt: Angriff auf Saudi-Arabien verhärtet die Fronten

Am 14. September wurden die Ölraffinerien von Abqaiq im östlichen Saudi-Arabien durch Drohnenbeschuss lahmgelegt. Der Ausfall der global wichtigsten Förderstätte halbierte die saudische und damit die weltweite Erdölförderung um gut fünf Prozent.

US-Außenminister Michael R. Pompeo beim Iran-Gipfel am 25. September 2019. Foto: State Department photo by Ron Przysucha/ Public Domain / flickr

US-Außenminister Mike Pompeo machte den Iran bereits unmittelbar danach für den Angriff verantwortlich. Teheran bestritt dies und verwies darauf, dass sich die jemenitische Huthi-Koalition dazu bekannt habe. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen bezeichneten ihre Angriffe als Vergeltung für die saudische Kriegsführung im Jemen. US-Präsident Donald Trump unterstrich derweil, einen militärischen Konflikt vermeiden zu wollen. Zudem müsse man „definitiv herausfinden, wer das getan hat“. Auch die saudische Seite hielt sich noch am 18. September mit Schuldzuweisungen zurück.

Zunächst schien es, dass Saudi-Arabien Wochen benötigen werde, um die Ölproduktion wieder auf das normale Niveau zu heben. Aber bereits nach etwa einer Woche war die Hälfte der eingebrochenen Förderung wieder weitgehend hergestellt. Innerhalb kurzer Zeit soll nun die gesamte frühere Fördermenge erneut erreicht werden.

Zugleich spitzt sich die Lage politisch zu. Die USA kündigten am 21. September eine Truppenverlegung in den Nahen Osten an. Nach Angaben des US-Armeechefs Joseph Dunford handele es sich aber nicht um Tausende Soldaten. Der iranische Außenminister Dschawad Sarif kündigte unterdessen als Folge eines möglichen militärischen Vorgehens der USA einen „uneingeschränkten Krieg“ an.

Die Unterzeichner des Atomabkommens mit dem Iran, Deutschland, Frankreich und Großbritannien, machten am 23. September in einer gemeinsamen Erklärung den Iran für die Luftangriffe auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich.

Als Reaktion auf die Attacken hat die US-Regierung noch einmal die Sanktionen gegen Teheran verschärft. US-Präsident Trump belegte hochrangige Beamte der Regierung in Teheran mit einem Einreiseverbot. Jedoch sandte Trump an Teheran eine Doppelbotschaft: Trotz neuer Sanktionen verzichtete er auf eine Drohung mit Vergeltung.

In den Wochen vor dem 15. September gab es berechtigte Hoffnungen auf eine Deeskalation, vielleicht sogar auf eine Teil-Lösung der Krise. Davon kann nun keine Rede mehr sein.