Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine

Nach dem erfolgreichen Austausch von jeweils 35 Gefangenen fordert die deutsche Wirtschaft ein Ende der Sanktionen.

Nach dem erfolgreichen Austausch von jeweils 35 Gefangenen fordert die deutsche Wirtschaft ein Ende der Sanktionen. Foto: iStock © Syldavia

MOSKAU. In den seit 2014 anhaltenden Ukraine-Konflikt kommt Bewegung. Am 7. September haben Russland und die Ukraine einen ersten Gefangenenaustausch von jeweils 35 Häftlingen gestartet, die per Flugzeug in die Hauptstädte ihres jeweiligen Heimatlandes zurückkehrten. Zu den Heimkehrern gehörten auf russischer Seite mehrere Soldaten sowie der ehemalige Leiter der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Kirill Wyschinski. In Kiew wurden unter anderem 24 ukrainische Seemänner, die im Februar in der Meerenge von Kertsch von russischen Grenztruppen gefangen genommen wurden, sowie der seit mehr als fünf Jahren inhaftierte ukrainische Regisseur Oleg Senzow empfangen.

Europa sieht den Austausch als kleinen, jedoch wichtigen Schritt in Richtung Beilegung des Ukraine-Konflikts. Wolfgang Büchele, Vorsitzender des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft e. V. (OAOEV), fordert mit Blick auf die Annäherung der beiden Länder ein Ende der Sanktionen: „Die Fortschritte, die jetzt erzielt werden, sollten auch in den USA anerkannt werden: Neue Russlandsanktionen, wie sie der Kongress weiterhin debattiert, kämen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Eher muss es jetzt darum gehen, Wege zum Abbau der gegenseitigen Sanktionen aufzuzeigen.“ // Neue Zürcher Zeitung, OAOEV