OstContact Lunch zum Russland-Handel: Vorsicht ja, Angst nein

„Die russische Wirtschaft ist ein Abenteuer.“ Das sagte der frühere russische Wirtschaftsminister Andrey Nechaev auf dem traditionellen OstContact-Lunch des OWC Verlags für Außenwirtschaft, der diesmal in Mannheim stattfand. Rund 20 Teilnehmer diskutierten dabei mehr als zweieinhalb Stunden mit Experten die Frage, wie ein wirtschaftlicher Aufschwung trotz EU-Sanktionen gelingen könnte. Im Fokus standen die aktuellen Bestrebungen Moskaus, zu einer Stabilisierung der Wirtschaft mithilfe zahlreicher nationaler Projekte beizutragen. 

Deutlich wurde, dass der Abstieg Deutschlands im Russlandhandel von Platz eins auf Platz zwei nicht primär an Sanktionen gelegen habe, sondern vor allem an einer Verdreifachung des chinesischen Handelsvolumens in den vergangenen Jahren. Dr. Thomas Meißner von der Landesbank Baden-Württemberg betonte, Russland habe schon viel früher den Anschluss verloren. Ähnlich bewertete Jens Böhlmann vom Ost-Ausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft die Lage. Die Auswirkungen der EU-Sanktionen auf den bilateralen Handel werden überschätzt: Mehr als 80 Prozent aller Geschäfte mit Russland seien davon gar nicht betroffen. Sein Credo: „Vorsicht ist gut, Angst ist sinnlos.“ Und: Erste Anzeichen zeigten auch wieder ein zunehmendes Handelsvolumen.