Auf und Ab für Russlands Luftfahrtindustrie

Während der russische Passagierliner Suchoi Superjet SSJ100 im Ausland kaum noch punktet, wächst das Interesse an militärischer Luftfahrttechnik aus Russland.

Foto: SSJ100 photographed by Katsuhiko Tokunaga / Lizenz:CC BY-SA 2.0 / Quelle: flickr

MOSKAU. Die mexikanische Fluggesellschaft Interjet sucht nach Käufern für ihre Suchoi Superjets SSJ100. 22 russische Maschinen dieses Flugzeugtyps zählt die Interjet-Flotte derzeit. Von diesen seien allerdings nur sechs regelmäßig in Gebrauch, der Rest befindet sich seit mindestens sechs Monaten am Boden. Der Grund für den Verkauf ist die schwierige finanzielle Situation von Interjet. Zwischen 2016 und 2017 fiel die Airline wegen des schwachen Pesos und der steigenden Kerosinpreise hinter die Konkurrenz zurück.
Interjet weist neben der staatlichen russischen Airline Aeroflot, die über 49 SSJ100-Maschinen verfügt, den zweitgrößten Bestand dieses Flugzeugtyps auf und ist momentan die einzige ausländische Fluggesellschaft, die den Flieger einsetzt. Der Verkauf der Flotte könnte sich aufgrund unzureichenden Einsatzes schwierig für die finanziell angeschlagene Airline erweisen.

Anders sieht es im Bereich der Militärluftfahrt aus: Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse MAKS 2019 Ende August in der Region Moskau wurden über 200 Gespräche mit ausländischen Interessenten an russischer Militärluftfahrttechnik geführt. Der staatliche russische Monopol-Exporteur Rosoboronexport rechnet durch die Messe mit Exportaufträgen in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar. Seit Anfang des Jahres hat Russland bereits militärische Güter im Wert von 8,5 Milliarden US-Dollar ins Ausland geliefert. // Vedomosti